Gründung deutscher Kolonien in Südwestafrika, Togo, Kamerun, 1885 in Ostafrika und auf den australischen Inseln (s. S. 423 ff.).
1884–85.
Kongo-Konferenz in Berlin unter dem Vorsitz des Fürsten Bismarck (s. S. 410).
Nach dem Tode des unvermählten Herzogs Wilhelm († 1884) ist 1885–1896 Prinz Albrecht von Preußen Regent des Herzogtums Braunschweig, da der erbberechtigte Herzog Ernst August von Cumberland, Sohn Georgs V. (S. 378), seine Ansprüche auf Hannover nicht aufgeben will. Sein Nachfolger 1907 Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg.
1886.
Ansiedlungsgesetz für die Provinzen Posen und Westpreußen zur Stärkung des Deutschtums, erneuert und ergänzt 1898, 1902, zuletzt 1908 mit Einführung eines beschränkten staatlichen Enteignungsrechts. Bis Ende 1907 wurden für über 300 Mill. Mark 335383 ha angekauft und darauf 15751 Ansiedlerstellen angelegt.
1888.
Landwehr- und Landsturmgesetz veranlaßt durch die in Frankreich (Kriegsminister Boulanger) und Rußland stattfindenden Kriegsrüstungen. Fürst Bismarcks Rede im Reichstag 6. Februar: »Wir Deutschen fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt«. Der Friede bleibt erhalten.
1888. 9. März.
Tod Kaiser Wilhelms des Großen. Sein Sohn, krank in San Remo, kommt nach Charlottenburg und übernimmt die Regierung.