1891.

Tahiti, schon früher französischer Schutzstaat, wird nach dem Tode des englisch-protestantischen Königs Pomare V. französisches Gebiet.

1892.

Behanzin, König von Dahomey, (Ober-Guinea) besiegt. Sein Reich wird französische Kolonie.

1893.

In Hinterindien weiter vordringend nimmt Frankreich einen großen Teil des Reiches Siam in Besitz. 1904 der Menam als Grenze der französischen und englischen Einflußsphäre festgesetzt. 1907 wieder 3 Provinzen an der Grenze von Kambodscha an Frankreich abgetreten.

1898.

Frankreich versucht vom Kongo aus vordringend Faschoda am oberen Nil zu besetzen (General Marchand), wird aber durch Kriegsdrohung Englands und Einmarsch des Gen. Kitchener genötigt, dies aufzugeben.

1905.

Nach Abschluß eines Vertrages mit England (8. April 1904), der alle kolonialen Differenzen aus dem Wege räumt (Frankreich erkennt Englands Herrschaft in Ägypten an, England räumt den Franzosen die Vorherrschaft in Marokko ein u. a. m.), sucht Frankreich die Schutzherrschaft über das Reich Marokko zu erwerben. Widerspruch Deutschlands; Reise Kaiser Wilhelms II. nach Tanger. Eine Konferenz der am Handel mit Marokko beteiligten Staaten in Algeciras (bei Gibraltar) beschließt (Febr. 1906) Reformen für Marokko unter gemeinsamer Aufsicht der in Tanger wohnenden Gesandten. Frankreich erhält eine bevorzugte Stellung in Marokko.