England gewinnt die Herrschaft über den ägyptischen Sudan zurück; General Kitchener siegt bei Omdurman und erobert Khartum.

1899.

Abermaliger Vertrag über die Samoa-Inseln; sie werden geteilt zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. England verzichtet auf einen Anteil, erhält dafür bedeutenden Gebietszuwachs im Hinterlande von Togo, außerdem die Tongainseln und die Inseln Choiseul und lsabel (Salomoninseln).

1899–1902.

Krieg Englands gegen die Buren in Südafrika.

Äußerer Anlaß: Zurücksetzung der Ausländer in Transvaal. Die Buren in Transvaal (Präsident Krüger) schließen ein Bündnis mit dem Oranje-Freistaat (Präsident Steijn) und erklären den Engländern den Krieg. Sie dringen in das englische Gebiet Natal ein und führen den Krieg anfangs erfolgreich. Einschließung einer englischen Division in Ladysmith; die Entsatzversuche des Gen. Buller werden (Dez.) bei Colenso und (Jan. 1900) am Spion-Kop abgeschlagen. Ebenso werden englische Truppen, die in den westlichen Teil von Transvaal eingedrungen sind, in Kimberley und Mafeking eingeschlossen.

1900.

Umschwung zu Gunsten der Engländer, nachdem Lord Roberts den Oberbefehl übernommen hat; ihr Heer wird bald auf 100000 Mann gebracht, gegen etwa 45000 Buren. Doch erschwert die weite Ausdehnung des Kriegsschauplatzes die Erfolge. Im Febr. wird Kimberley entsetzt, Gen. Cronje mit 4000 Buren am Modderfluß gefangen. Auch Ladysmith wird von Gen. Buller entsetzt. Roberts mit der Hauptmacht besetzt Blomfontein, Hauptstadt des Oranje Freistaats, dann weiter Johannesburg, Pretoria, Hauptstadt von Transvaal, Middelburg, Lydenburg. Im Rücken des englischen Heeres beginnen die Burenführer de Wet und Olivier einen erfolgreichen Kleinkrieg; in der Kapkolonie erheben sich die Afrikander zu Gunsten der Buren. Präsident Krüger reist nach Europa, um Hilfe zu suchen, wird in Frankreich und den Niederlanden begeistert aufgenommen, erlangt aber keine Einmischung in den Krieg. († 1904 in der Schweiz.)

1901–1902.

Fortdauer des Kleinkrieges. Die Engländer unter Kitchener (über 200000 Mann) versuchen vergeblich die von Botha, de Wet u. a. geführten Streifscharen der Buren einzuschließen, führen aber viele Gefangene, namentlich Frauen und Kinder, hinweg in die durch Stacheldraht eingehegten Konzentrationslager. Andere werden nach Ceylon, Indien, St. Helena gebracht. Unterstützung mit Geldmitteln und Kriegsbedarf aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland reicht nicht aus, um den Buren zum Siege zu verhelfen. Friedensschluß 31. Mai 1902: die Burenstaaten sind aufgehoben: die Buren müssen in die Einverleibung ihrer beiden Staaten in das britische Südafrika willigen; jedoch wird ihnen baldige Selbstverwaltung versprochen (S. 409). Sie erhalten als englische Untertanen zur Herstellung zerstörter Wohnorte eine Beihilfe von 3 Mill. Pfund Sterling (60 Mill. Mark).