1897. Nov.
Deutschland besetzt das Hafengebiet Kiau-tschou; ein Pachtvertrag mit China auf 99 Jahre wird 1898 geschlossen.
1898.
Rußland besetzt den Hafen Port Arthur an der Einfahrt zum Meerbusen von Petschili, England den gegenüberliegenden Hafen Wei-hai-wei.
1900.
Aufstand in China gegen die Christen und Ausländer (vergl. S. 251), geleitet von weitverzweigten Geheimbünden (Boxer). Zweideutige Haltung der chinesischen Regierung; da sie weder Ordnung noch Genugtuung schafft, vereinigen sich hierzu Deutschland, England, Rußland, Frankreich, Österreich, Italien, Japan und die Vereinigten Staaten. Kriegsschiffe der Verbündeten erscheinen vor der Mündung des Peiho und entsenden eine Schutzwache für die Gesandten nach Peking.
Da die Unruhen fortdauern, zieht der englische Admiral Seymour mit 2000 Mann gegen Peking, muß aber, da die Eisenbahn zerstört ist und starke Scharen ihm entgegentreten, umkehren. Beim Marsch auf Tientsin stete Gefechte, in schwierigster Lage »the Germans to the front«. Inzwischen in Peking der deutsche Gesandte v. Ketteler ermordet (20. Juni).
17. Juni.
Erstürmung der Taku-Forts (S. 368), um eine Landung zu ermöglichen (das deutsche Kanonenboot Iltis). Tientsin nach schweren Kämpfen erobert; Peking erreicht (14. Aug.), die Gesandten befreit. Der Kaiser und die Kaiserinwitwe fliehen nach Sianfu.
20. Sept.