Universität Halle gestiftet 1694; ebenda gründet Aug. Herm. Francke das Waisenhaus. Der Schwiebuser Kreis 1695 an den Kaiser zurückgegeben (S. 281). Der Minister Danckelmann, gestürzt 1697. Charlottenburg für des Kurfürsten Gemahlin, die geistvolle Sophie Charlotte von Hannover, angelegt. Ausbau des Schlosses zu Berlin (Schlüter). Akademie der Künste 1696 gegründet, Akademie der Wissenschaften 1700 auf Veranlassung des Philosophen Leibnitz.

1701. 18. Januar

Preußen wird Königreich (s. S. 267). Krönung zu Königsberg, Stiftung des Schwarzen Adlerordens. Anteil am Spanischen Erbfolgekriege (s. S. 272 f.). Streit um die oranische Erbschaft nach dem Tode Wilhelms III. (1702). Preußen erlangt 1702 Mörs und Lingen, Neuchâtel und Valengin. Durch Kauf erworben das Schutzrecht über die Abtei Quedlinburg, Grafschaft Tecklenburg in Westfalen.

1713–1740.

Friedrich Wilhelm I. Strenge Sparsamkeit; der glänzende Hofhalt des Vaters sogleich aufgelöst. Neuordnung der Steuern; auch den Rittergütern wird 1717 eine Abgabe (statt des Lehnsdienstes zum Kriege) auferlegt. Oberste Finanzbehörde das General-Direktorium 1723; unter ihm die Kriegs- und Domänenkammern. Sorge für den Landbau, besonders in Ostpreußen; hier 1732 die aus dem Erzbistum Salzburg vertriebenen Protestanten angesiedelt. Schutz der Bauern gegen Willkür der Gutsherrn und der königlichen Beamten. Sorge für die Volksschulen, 1717 der Grundsatz der allgemeinen Schulpflicht verkündet. Beträchtliche Vermehrung des stehenden Heeres; Kanton-Einteilung des Landes 1733 zum Zwecke der Aushebung; daneben die Anwerbung beibehalten. Die Riesengarde in Potsdam. Fürst Leopold von Anhalt-Dessau (s. auch S. 280).

Teilnahme am Nordischen Kriege (S. 276 f.). Stettin und Vorpommern bis zur Peene erworben 1720; die afrikanische Kolonie 1717 (überlassen 1721) an die Holländer verkauft.

1740–1786.

Friedrich II., der Große (S. 280–291), erwirbt Schlesien 1742, Ostfriesland 1744, Westpreußen 1772 und erhebt seinen Staat zu einer europäischen Großmacht. Friedrichs eifrige Fürsorge für sein Land, um die Wunden der Kriege zu heilen: Verteilung der Vorräte aus den Magazinen, Steuererlaß für einzelne Provinzen; Gründung der Landschaftsbanken, der Bank und der Seehandlung in Berlin. 1766 strenges Steuersystem (Regie meist mit französischen Beamten); viele Verbrauchsgegenstände besteuert, besonders Kaffee und Tabak.

Sorge für die Rechtspflege: die Folter 1740 abgeschafft, neue Gerichtsordnung 1747 (codex Fridericianus, der Justizminister v. Cocceji). Allgemeines preußisches Landrecht (v. Carmer, Suarez) erst 1794 vollendet. Sorge für den Landbau: das Oderbruch urbar gemacht 1746–53, das Netzebruch 1773–80. Sorge für Fabriken in den Städten (1751 Berliner Porzellanmanufaktur), Förderung des Verkehrs durch Kanäle: Plauescher, Finow- und Bromberger Kanal. General-Landschul-Reglement 1763. Erlaß über das Unterrichtswesen 1779. Bauwerke in Berlin (Opernhaus, Dom, Bibliothek) und Potsdam (Sanssouci, Neues Palais). Unermüdliche Tätigkeit des Königs für Verwaltung und Heer (150000 Mann stark); jährliche Reisen in die Provinzen.

1786–1797.