229.
König Antigonos Doson zieht, auf Verwendung des Aratos (s. S. 68), die makedonische Besatzung zurück. Athen ist fortan selbständig, aber ohne politische Macht, es bleibt jedoch Sitz der Bildung und Gelehrsamkeit.
Theben, von Kassander wieder hergestellt (vgl. S. 59), sendet 278 zusammen mit Athen, Phokis, Lokris und den Ätolern ein Heer zur Verteidigung des Thermopylenpasses gegen die durch Makedonien vordringenden Gallier (S. 66); diese erobern den Paß, kehren aber um nach einer Niederlage bei Delphi. Thessalien, Euböa, Korinth sind um diese Zeit makedonisch. Die vollständige Unterwerfung Griechenlands unter die makedonische Herrschaft verhindert der um
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erweiterte Ätolische Bund und der zur selben Zeit erneuerte Achäische Bund.
Letzterer gelangt zu ansehnlicher Macht durch den von Arātos bewirkten Beitritt der Städte Sikyon und Korinth; aus Korinth wird 243 die makedonische Besatzung vertrieben. Bald schließen sich Megara, Megalopolis, Argos u. a. peloponnesische Städte dem Achäischen Bunde an. Verfassung des Bundes: An der Spitze ein jährlich gewählter Feldherr (Strategos), ihm zur Seite ein Kanzler (Grammateus) und ein Rat von 10 Demiurgen; in den Bundesversammlungen (zu Ägion) dürfen alle über 30 Jahre alten Bürger der verbündeten Städte erscheinen, jede Stadt hat eine Stimme. Ähnlich ist die Verfassung des Ätolischen Bundes, zu welchem auch Lokris, Phokis, Teile von Akarnanien und Thessalien gehören.
In Sparta, das unter der Herrschaft einer reichen Oligarchie entartet ist, büßt der junge König Agis IV. den Versuch, die lykurgischen Einrichtungen herzustellen, mit dem Leben (241). Besseren, aber nur vorübergehenden Erfolg hat der gleiche Versuch des Königs Kleomĕnes III., welcher die Ephoren überfallen und töten läßt, 80 Oligarchen verbannt und eine Verfassungsreform durchsetzt (226). Aber unheilvoll ist die Feindschaft zwischen Sparta und dem Achäischen Bunde. Arātos ruft den makedonischen König Antigŏnos Doson herbei und übergibt ihm die Burg von Korinth. Die Spartaner werden in der
221.
Schlacht bei Sellasĭa
geschlagen; Kleomĕnes flieht, stirbt 220 in Ägypten. Antigonos rückt in Sparta ein und stellt dort die Herrschaft der Oligarchen wieder her. Die makedonische Oberhoheit wird durch Abschluß eines makedonisch-hellenischen Bundes befestigt. Dagegen erhebt sich ein neuer Krieg von Seiten des Ätolischen Bundes, mit welchem die Spartaner sich verbinden; die Peloponnes wird furchtbar verwüstet (220–217).