Der zweite Grundsatz lautet: so schnell als möglich zu handeln, also keinen Aufenthalt und keinen Umweg ohne hinreichenden Grund stattfinden zu lassen.


Jeder Plan zu einem Feldzuge ist die Auswahl eines Weges unter tausend denkbaren. Je größer die kriegführenden Staaten sind und die Massen, die sie in Bewegung setzen, um so größer ist die Zahl der möglichen Kombinationen, und es ist ganz unmöglich, alle zu erschöpfen. Darum bleibt man auch mehr oder weniger immer dabei stehen, einen fertigen Plan hinzustellen und es dem Takt des Urteils zu überlassen, das Treffende wie das Fehlerhafte daran herauszufühlen. Einem geraden, d. h. unverdrehten Verstande wird die Wahrheit und das Richtige ohne weitere Entwickelung der Gründe schon in der bloßen Aufstellung im Augenblicke klar. Ein solcher Verstand hat für die Wahrheit eine Art musikalisches Gefühl, das unreine Verhältnisse wie Mißtöne leicht unterscheidet.


Besonders zu berücksichtigen beim Eindringen in ein Land ist die Hauptstadt. Jede Hauptstadt hat ein großes strategisches Gewicht, die eine mehr als die andre: diejenige mehr, die den Begriff der Hauptstadt stärker in sich vereinigt, und die am meisten, die der Knoten politischer Parteiungen ist. Letzteres ist der Fall mit Paris.


Der Schwerpunkt des französischen Reiches liegt in seiner Kriegsmacht und in Paris. Jene in einer Hauptschlacht besiegen, Paris erobern, die Überreste des feindlichen Heeres über die Loire zurückwerfen, muß unser Ziel sein. Die Herzgrube Frankreichs liegt zwischen Paris und Brüssel. Dort ist die Grenze von der Hauptstadt nur dreißig Meilen entfernt.


Auch als Nebenunternehmung ist ein Angriff auf das südliche Frankreich verwerflich, denn er weckt nur neue Kräfte gegen uns. Jedesmal, wenn man eine entfernte Provinz angreift, rührt man Interessen und Tätigkeiten auf, die sonst geschlummert hätten.