Sind sie auch äußerlich nach Farbe und Beschaffenheit der Kolonieen nicht zu unterscheiden so finden sich Abweichungen in der Größe der einzelnen Kokken, der Fähigkeit, Gelatine zu verflüssigen, oder der Form, indem sie dann und wann als Diplokokken in Erscheinung treten.
Relativ oft sind es blaßgraue bis bräunliche, stark saftig erscheinende Kolonieen, deren mehr oder weniger breite Randzone einen gezackten Rand aufweist und transparent ist. Ihre Oberfläche ist glatt, oft mit radiärer Streifung versehen. Treten dazu concentrische Ringe, so erhalten die Kolonieen, wie einige Mal beobachtet, ein kokardenähnliches Aussehen.
Auch grünlichgelbe, citronen- bis schwefelgelbe Kolonieen kommen häufiger vor; auch diese Kolonieen bilden nach einiger Zeit concentrische Ringe, in noch älteren Stadien Schichtung im Centrum. Diese gelben Kolonieen zeigen die Eigentümlichkeit, daß die Größe der Kokken aus der gleichen Kolonie ziemlich variiert.
Auch mit diesen Gram negativen Kokkenarten sind Tierexperimente angestellt worden. Es zeigte sich, daß auch sie nicht tierpathogen sind.
Sehr häufig sind Sarcine auf den Kulturplatten anzutreffen. Fast ausschließlich sind es matt oder glänzend gelbe, glattrandige, die Gelatine mehr oder weniger zeitig verflüssigende Kolonieen. Auf Gelatineplatten wachsen sie langsam, schneller auf Agarplatten, wo Auflagerungen von 1 cm Durchmesser beobachtet wurden. Mikroskopisch finden wir neben ausgesprochener Warenballenform Anordnung der Sarcinekokken in Tetraden.
Zweimal sind kleine, grauweiße, runde, matte Sarcinekolonieen angetroffen worden, die die Gelatine spät verflüssigten. Mikroskopisch erwiesen sie sich als kleine rundliche Kokken, die zu vieren zusammenlagen.
Einige der oben angeführten gelb wachsenden Arten halte ich für identisch mit der Sarcina flava und lutea.
Auch mit den Sarcinearten sind Tierversuche angestellt worden. Injektionen von Reinkulturen unter die Haut von Meerschweinchen riefen keinerlei Veränderungen am Tierkörper hervor.
Zu den allergewöhnlichsten Befunden auf den Kulturplatten gehören Stäbchen. Weitaus in der Mehrzahl sind es Vertreter aus der großen Gruppe der Heubazillen. Ihre Kolonieen finden sich auf jeder Platte als weißlichgraue, glänzende, auf Agar-Agar häufiger matte, glattrandige Auflagerungen. Ihre Oberfläche ist oft radiär oder concentrisch gefaltet und einem Häutchen vergleichbar.
Mikroskopisch finden sich große und mittelgroße, oft zu langen Fäden vereinigte sporentragende Stäbchen, die sich nach Gram färben. Im hängenden Tropfen zeigen die Bazillen lebhafte Eigenbewegung. Die Gelatine wird schnell unter Bildung eines zarten Häutchens verflüssigt.