Elisabeth dachte eine Sekunde nach.

»Ja, das ist wohl auch klüger, und ich möcht' es auch, aber ich kann nicht. Es ist wie eine Angst in mir, daß mir etwas von all dieser Schönheit entrinnen und daß ich's dann nie mehr einholen könnte.«

Der Oberst nickte.

»Das ist die Jugend mit ihrer schönen Zügellosigkeit! Mädel, Du weißt gar nicht, wie gut Du's hast, daß Du in Deinen jungen Jahren Italien auf- und abkutschieren darfst. Ich hab's nicht so gut gehabt!«

»Du warst aber doch schon als junger Mensch einmal hier!«

Die Augen des Obersten leuchteten auf.

»Ja, freilich, als ganz junger Dachs mit ein paar mühselig ersparten Kröten. Für acht Tage in einem italienischen Beisel hat's gereicht! Aber was waren das für acht Tage! Herrgott, was für Tage! Damals war man eben jung und genau so verrückt wie Du heut, obgleich ich für mein Mittagessen nicht so viel zahlen konnte, wie wir heute hier für eine Flasche Selterwasser.

Aber Venedig bleibt immer Venedig, und wie man's erreicht, ist schon ganz gleichgültig, wenn man's nur erreicht!

Aber sag', Liesel, willst Du nun immerfort am Fenster stehenbleiben und das schöne Frühstück kalt werden lassen?«

»Ich habe gar keinen Hunger!«