Junge Männer söhnen sich bald mit diesem Lande aus, indem es ihnen dasjenige gewährt, was den größten Reiz für die Jugend hat — nämlich große persönliche Freiheit. Ihre Beschäftigungen sind erheiternd und der Gesundheit zuträglich; ihre Belustigungen, z. B. Jagen, Schießen, Fischen und Gondeln sind vorzüglich einladend und für viele bezaubernd. An allen diesen Zeitvertreiben aber können ihre Schwestern keinen Antheil nehmen, daher die Mühseligkeiten und Beschwerden des Ansiedler-Lebens insbesondre dem weiblichen Theil der Familie anheim fallen. Mit einem Hinblick auf Abhülfe dieser Entbehrungen und um zu zeigen, wie man einige Schwierigkeiten sich erleichtern andre vermeiden kann, hat die Verfasserin manche ihr nützlich erscheinende Vorschläge eingestreut. Einfache Wahrheit, durchaus auf persönliche Kenntniß gestützt, ist die Grundlage des vorliegenden Werkes; eingeflochtne Erdichtungen hätten es vielleicht manchen Lesern willkommner gemacht, würden aber auf der andern Seite seiner Brauchbarkeit Abbruch gethan haben; indeß werden auch Diejenigen, welche keineswegs die Absicht haben, die Mühseligkeiten und Gefahren des in Rede stehenden Ansiedler-Lebens zu theilen, wohl aber von Scenen und Lebens-Verhältnissen, die von denen eines seit langer Zeit civilisirten Landes so himmelweit verschieden sind, einige Kenntniß zu erlangen wünschen, ihre Rechnung finden und sowohl Unterhaltung als auch manche nützliche Lehre daraus schöpfen.
Die Urwälder von Canada.
Erster Brief.
Abfahrt von Greenock in der Brig Laurel. — Beschaffenheit der Kajüte. — Reise-Gefährte. — Mangel an Beschäftigung und Unterhaltung. — Des Capitains Goldfinke. —
Brig Laurel, Juli 18, 1832.
Theuerste Mutter!
Ich erhielt Ihren letzten lieben Brief nur wenige Stunden vor unsrer Abfahrt von Greenock. Da Sie den Wunsch äußern, eine ausführliche Beschreibung unsrer Reise von mir zu erhalten, so will ich meine Mittheilungen von der Zeit unsrer Einschiffung an beginnen, und so oft schreiben, als mich meine Neigung dazu treibt. Gewiß sollen Sie keinen Grund haben, über zu kurze Briefe von mir zu klagen, ich fürchte Sie werden dieselben nur zu lang finden.