Derweil Katheline bei einem guten Nachbar wohlbehütet war, ging Nele ganz allein weit, weit fort, bis Antwerpen, die Schelde entlang oder auf andern Wegen und suchte auf den Flußkähnen und auf den staubigen Straßen, ob sie ihren Freund Ulenspiegel nicht fände.

An einem Markttage kam er nach Hamburg und sah allerorten Kaufleute und unter ihnen etliche alte Juden, die von Wucher und uneingelösten Pfändern lebten.

Ulenspiegel, der auch Kaufmann werden wollte, sah etliche Roßäpfel am Boden liegen und trug sie in seine Wohnung, welche in einer Flesche des Walls war. Da ließ er sie trocknen. Dann kaufte er rote und grüne Seide und machte Säcklein davon. Da hinein tat er die Roßäpfel und band sie mit einem Bande zu, als ob sie voll Bisam wären.

Alsdann machte er aus etlichen Latten ein Tragbrett, hängte es mit alten Stricken um seinen Hals und ging zu Markt, das Brett, mit den Säcklein gefüllt, vor sich hertragend. Am Abend zündete er, um sie zu beleuchten, in der Mitte ein Lichtlein an.

Wenn die Leute ihn fragten, was er da feil hielte, antwortete er voll Heimlichkeit:

„Ich werde es Euch sagen, aber laßt uns nicht zu laut sprechen!“

„Was ist es denn?“ fragten die Käufer.

„Es sind Prophetenbeeren,“ antwortete Ulenspiegel, „so geradenwegs aus Arabien nach Flandern gekommen sind, mit großer Kunst von Meister Abdul-Medil aus dem Geschlecht des großen Mahomet bereitet.“

Etliche Kunden sprachen zu einander:

„Das ist ein Türke.“