Ulenspiegel hörte nichts und eilte zum Gefängnis. Allda sah er Soetkin auf der Schwelle sitzen; sie umfing ihn mit Tränen und sie weinten mitsammen.
Und da das Volk sich ihretwegen in Haufen um das Gefängnis scharte, kamen Büttel und geboten Ulenspiegel und Soetkin, daß sie sich ehestens fortscheren sollten.
Mutter und Sohn gingen in Neles Hütte, die ihrem Hause benachbart war. Vor diesem sahen sie einen der Landsknechte, die von Brügge entboten waren, aus Furcht vor Unruhen, die während des Gerichts und der Hinrichtung entstehen mochten. Denn die Leute von Damm liebten Klas von Herzen.
Der Soldat saß auf dem Pflaster vor der Tür und war geschäftig, den letzten Tropfen Branntwein aus einer Flasche zu saugen. Da er nichts mehr darin fand, warf er sie einige Schritte weit, zog sein kurzes Schwert und ergötzte sich damit, die Pflastersteine auszugraben.
Soetkin trat bitterlich weinend bei Katheline ein. Und Katheline schüttelte den Kopf: „Das Feuer! Bohrt ein Loch, die Seele will hinaus“, sprach sie.
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Die Sturmglocke rief die Richter zum Tribunal und sie vereinigten sich um vier Uhr in der „Vierschare“ um die Gerichtslinde.
Klas ward vor sie gebracht und sah den Amtmann von Damm feierlich unter einem Baldachin sitzen und ihm zur Seiten und gegenüber den Bürgermeister, die Schöffen und den Gerichtsschreiber.