Da sie sich auf den vier Bänken um den Baum der Gerechtigkeit niedergesetzt, verhörten sie Klas abermals und fragten ihn, ob er seine Irrtümer aufgeben wollte.

Klas hob die Hand gen Himmel:

„Christus, mein Herr, blickt auf mich herab“, sagte er. „Ich schaute in seine Sonne, als mein Sohn Ulenspiegel geboren ward. Wo ist er zur Stunde, der Landstreicher? Soetkin, mein sanftes Weib, wirst Du im Unglück tapfer sein?“

Dann sah er die Linde an und verfluchte sie.

„Sturm und Dürre! Macht, daß die Bäume auf unserer Väter Erde lieber alle bis auf den Stamm zugrunde gehen, denn daß unter ihrem Schatten das freie Gewissen zum Tode verdammt wird. Wo bist Du, mein Sohn Ulenspiegel? Ich war hart gegen Dich. Ihr Herren, habt Mitleid mit mir und richtet mich, wie unser barmherziger Heiland es täte.“

Alle, die ihn hörten, weinten, nur die Richter nicht.

Dann fragte er, ob es keine Begnadigung für ihn gäbe, und sprach:

„Ich habe immer gearbeitet und wenig verdient, ich war gut zu den Armen und freundlich gegen jedermann. Die römische Kirche habe ich verlassen, um dem Geist Gottes zu gehorchen, der zu mir sprach. Ich flehe um keine Gnade, denn daß die Feuerstrafe in ewige, lebenslängliche Landesverweisung verwandelt werde, welche Strafe wahrlich schon groß ist.“

Alle, die gegenwärtig waren, schrien:

„Gnade, Ihr Herren! Erbarmen!“