„Mut, Freunde, wer gut trifft, der ist bewährt in der Liebe. Denen, so sich am besten schlagen, lacht die Zärtlichkeit ihrer Schönen! Bei unsrer lieben Frauen von Rindbisbels, hier sieht man wahre Männer.“

Und die Pilger schlugen nach Herzenslust auf einander los.

Derweil hatte Klas sich dem Einsiedel genähert, indeß Ulenspiegel den Schlägen mit Lachen und Schreien Beifall zollte.

„Frommer Vater,“ sprach er, „was haben diese armen Schelme verbrochen, daß sie sich so grauslich durchprügeln müssen?“

Der Eremit aber achtete sein nicht und rief:

„Faullenzer! habt Ihr keinen Mut mehr. Wenn die Fäuste ermüden, bleiben Euch nicht die Füße? / So wahr Gott lebt! Es sind etliche unter Euch, die haben ihre Beine, um gleichwie Hasen von dannen zu laufen. Was holt den Funken aus dem Stein? Das Eisen, das ihn schlägt. Was belebt die Mannhaftigkeit der alten Leute, wo nicht eine gute Schüssel voll Prügel, mit männlicher Wut gewürzet?“

Bei dieser Rede fuhren die biederen Pilger fort, sich mit Helmen, Händen und Füßen anzufallen. Es war ein wütendes Handgemenge, dabei der hundertäugige Argus nichts gesehen hätte, denn aufgewirbelten Staub und etliche Helmspitzen.

Plötzlich läutete der Einsiedel die Glocke. Pfeifen, Trommeln, Trompeten, Dudelsäcke, Schalmeyen und Eisengerümpel hielten inne mit Lärmen. Und dies war das Zeichen zum Frieden.

Die Pilgrime lasen ihre Verwundeten auf. Etlichen Kämpen sah man vor Zorn die geschwollenen Zungen aus den Mäulern hangen; doch sie gingen von selbst in den gewohnten Gaumen. Das schwerste war, denen die Helme abzunehmen, die bis an den Hals darinnen saßen und den Kopf schüttelten und sie doch nicht besser abschütteln konnten denn unreife Pflaumen.

Indessen gebot ihnen der Einsiedel: