Und Ulenspiegel, gleich ihr entzückt, sagte:

„Da bist Du also! Die wilden Rosen in den Hecken haben nicht die holde Röte Deiner frischen Haut. Du bist keine Königin, aber ich will Dir eine Krone von Küssen machen. Ihr reizenden Arme, so weich und rosig, die Amor mit Fleiß zum Umarmen gemacht hat. Ach, geliebtes Mägdlein, werden meine rauhen Mannshände nicht dieser Schulter den Schmelz rauben? Der leichte Falter setzt sich auf die purpurne Nelke, aber kann ich Tölpel an Deiner weißen Haut ruhen, ohne sie welk zu machen? Gott sitzt im Himmel, der König auf seinem Thron und die Sonne steht siegreich dort oben; aber bin ich Gott, König oder Licht, daß ich Dir so nahe bin? Ihr Haar, weicher denn Flockseide! Nele, ich schlage, ich zerreiße, ich zerstückele Dich! Aber habe keine Furcht, Liebchen. Welch zierliches Füßlein! Woher kommt’s, daß es so weiß ist? Ist es in Milch gebadet?“

Sie wollte aufstehen.

„Was fürchtest Du?“ sprach Ulenspiegel. „Die Sonne scheint auf uns herab und bemalt Dich mit Gold. Schlage nicht die Augen nieder. Sieh, welch schöne Glut sich in den meinen entzündet. Ach Geliebte, höre, mein Schätzlein, es ist die schweigende Stunde des Mittags. Der Arbeiter ist daheim und ißt seine Brühe; könnten wir nicht von Liebe leben? Könnt’ ich doch tausend Jahre auf Deinen Knien einen Rosenkranz von irdischen Perlen abbeten.“

„Schmeichler“, sagte sie.

Und Frau Sonne leuchtete durch das weiße Linnen des Wagens, und eine Lerche sang über dem Klee, und Nele legte ihr Haupt an Ulenspiegels Schulter.


3


Derweilen kehrte Lamm zurück, schwitzte große Tropfen und schnaufte wie ein Delphin.