Und das Feuer des Aufstandes lief durch das ganze Land.
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Am fünften April vor Ostern traten die Herren Graf Ludwig von Nassau, von Kuilenburg, von Brederode, der herkulische Zecher, mit dreihundert andern Edelleuten in den Burghof zu Brüsselen zur Frau Herzogin Regentin von Parma. In Reihen zu Vieren stiegen sie die große Treppe des Palastes hinauf. Da sie in die Halle kamen, darin Ihre Hoheit verweilte, überreichten sie ihr eine Bittschrift. In selbiger baten sie sie, von König Philipp die Abschaffung der Verordnungen zu erlangen, so die Sache der Religion, desgleichen die hispanische Inquisition beträfen. Sie erklärten, daß in unseren unzufriedenen Ländern daraus nichts denn Unruhen, Trümmer und allgemeines Elend entstehen können.
Und diese Bittschrift ward der Kompromiß genannt.
Berlaymont, welcher nachmals so verräterisch und grausam gegen das Land seiner Väter war, stund neben Ihrer Hoheit und sagte zu ihr, der Armut von etlichen unter den edlen Verbündeten spottend:
„Edle Herrin, fürchtet nichts, es sind nur Bettler.“
Damit meinte er, daß diese Adligen sich in des Königs Dienst zugrunde gerichtet hätten oder vielmehr, indem sie es durch ihren Aufwand den spanischen Rittern gleichtun wollten.
Um die Worte des Herrn von Berlaymont mit Verachtung zu strafen, erklärten die Ritter nachmals, „daß sie es sich zur Ehre anrechneten, für den Dienst des Königs und dieser Länder als Bettler (Geusen) erachtet und also geheißen zu werden.“