„Was begehrst Du von mir?“ fragte er Ulenspiegel.

„Mit Euch zu reden, edler Herr,“ antwortete Ulenspiegel.

„So rede“, sprach dagegen Brederode.

„Ihr seid,“ sagte Ulenspiegel, „ein schöner, kühner und starker Ritter. Einstmals erdrücktet ihr einen Franzosen in seinem Panzer wie ein Muscheltier in seiner Schale. Aber wie Ihr stark und kühn seid, so seid Ihr auch klug. Warum tragt Ihr denn diese Schaumünze, auf der ich lese: „Getreu dem König bis zum Bettelsack?“

„Ja,“ sprach Lamm, „warum also, edler Herr?“

Aber Brederode antwortete ihm nicht, sondern schaute Ulenspiegel an. Dieser redete weiter und sprach:

„Warum wollt Ihr edlen Herren dem König bis zum Bettelsack treu sein? Ist es, dieweil er Euch so gar wohl will, oder der schönen Freundschaft halber, die er für Euch hegt? Was schaffet Ihr nicht, daß der Henker, seiner Länder beraubt, allzeit dem Bettelsack getreu sei, anstatt daß Ihr ihm bis zum Bettelsack getreu seid?“

Und Lamm nickte mit dem Kopfe zum Zeichen der Zustimmung.

Brederode schaute Ulenspiegel mit seinem durchdringenden Blick an und lächelte, da er sein gutes Gesicht sah.

„So Du nicht ein Spion des Königs Philipp bist, bist Du ein guter Vlamländer, und ich will Dich für beide Fälle belohnen.“