Plötzlich sagte Lamotte zu ihm:

„Wohin gehst Du, Pilger?“

„Herr Hauptmann,“ antwortete der hungrige Ulenspiegel, „ich habe ehemals eine große Sünde begangen und ward vom Kapitel Unserer lieben Frau verurteilt, zu Fuß nach Rom zu pilgern und den heiligen Vater um Ablaß zu bitten, welchen er mir auch gab. Ich kehrte von Sünde gereinigt in diese Lande zurück, unter der Bedingung, unterwegs allem Kriegsvolk, dem ich begegne, die heiligen Mysterien zu predigen. Dafür soll ich zum Lohne Brot und Wein empfahen. Und so predigend friste ich mein armes Leben. Verstattet mir, beim nächsten Halt meinem Gelübde nachzukommen.“

„Wohl“, sprach Herr von Lamotte.

Indem Ulenspiegel sich brüderlich unter die Wallonen und Vlamländer mischte, befühlte er die Briefe unter seinem Wams.

Die Dirnen riefen ihm zu:

„Pilger, schöner Pilger, komm hierher und zeig uns die Macht Deiner Muschelschalen.“

Ulenspiegel trat zu ihnen und sagte ehrbar:

„Meine Schwestern in Christo, spottet nicht des armen Pilgers, der über Berg und Tal wandert, um den Soldaten den heiligen Glauben zu predigen.“

Und er verschlang ihre holden Reize mit den Augen. Aber die Dirnen streckten ihre muntern Gesichter zwischen den Planen der Wagen herfür.