„Mein Sohn,“ sprach Karl, „Du mußt laufen, springen und Dich tummeln, wie es die Kinder Deines Alters tun.“

„Meine Beine sind steif, Herr Vater.“

„Wie könnte es anders sein,“ sprach Karl, „da Du sie ja nicht mehr brauchst, als wenn sie von Holz wären. Ich werde Dich auf ein recht mutiges Pferd binden lassen.“

Der Infant weinte.

„Bindet mich nicht fest, Herr Vater,“ sprach er, „ich habe Kreuzschmerzen.“

„So hast Du denn überall Schmerzen?“ fragte Karl.

„Ich würde kein Leid spüren, wenn man mich in Ruhe ließe,“ entgegnete der Infant.

„Gedenkst Du,“ versetzte der Kaiser ungnädig, „Dein königliches Leben mit Grübelei zu verbringen wie die Schreiber? Mögen sie, um ihre Pergamente mit Tinte zu beschmieren, Ruhe, Einsamkeit und Sammlung haben. Du, Sohn des Schwertes, mußt heißes Blut, des Luchses Auge, die List des Fuchses und die Kraft des Herkules haben. Weshalb bekreuzigst Du Dich? Beim Blute Christi, es steht einem jungen Leuen nicht zu, die Paternoster plappernden Weiber nachzuäffen!“

„Der Angelus, Herr Vater,“ sprach der Infant.