Und sie trugen ihn auf ihren Knütteln davon.
Ulenspiegel fand keine Freude daran, daß er im Bienenkorb fortgeschafft ward. Die Nacht war klar und die Diebe gingen, ohne ein Wörtlein zu sagen. Alle fünfzig Schritte hielten sie atemlos an, dann schritten sie weiter. Der Vordere brummte voll Wut, daß er eine so schwere Last tragen müsse. Der hinten ging, ächzte schwermütig. Denn es gibt in dieser Welt zwei Arten feiger Tagediebe, die einen, so auf die Arbeit schelten, und die andren, die stöhnen, wann es schaffen heißt.
Ulenspiegel, der nichts zu tun hatte, zog den vordersten Dieb an den Haaren, und den hintersten am Barte, und so kräftig, daß der Wütende des Spiels müde ward und zu dem Greiner sprach:
„Hör auf, mich an den Haaren zu raufen, oder ich gebe Dir eins mit der Faust auf den Kopf, also daß er Dir in die Brust fährt und Du durch Deine Rippen schaust wie ein Dieb durch sein Kerkergitter.“
„Ich würde es gar nicht wagen, Freund,“ sprach der Andre, „vielmehr bist Du es, der mich am Barte zupft.“
Der Wütende erwiderte:
„Ich mache nicht Jagd auf das Ungeziefer im Bart eines Aussätzigen.“
„Herr,“ sprach der Greiner, „laßt den Bienenkorb nicht so stark schwanken; meine unseligen Arme tragen ihn nimmer.“
„Ich werde sie Dir ganz und gar ausreißen“, entgegnete der Wüterich.
Da entledigte er sich seines Lederriemens, setzte den Korb nieder und sprang auf seinen Gefährten zu. Und sie prügelten sich, der eine fluchend, der andre um Gnade schreiend.