„Ich bin aus dem schönen Lande Flandern,“ antwortete Ulenspiegel, „Maler, Bauer, Edelmann, Bildschnitzer, alles miteinander. Und solchergestalt lustwandle ich durch die Welt, lobe schöne und gute Dinge und spotte der Dummheit mit keckem Schnabel.“
„Wenn Du so viele Länder gesehen hast,“ sagte der alte Mann, kannst Du „Schild ende Vriendt,“ Schild und Freund, auf Genter Art aussprechen; wenn nicht, so bist Du ein falscher Vläme und mußt sterben.“
Ulenspiegel sprach: Schild ende Vriendt.
„Und Du, Dickwanst,“ fragte der alte Mann, zu Lamm redend, „was ist Dein Gewerbe?“
Lamm antwortete:
„Meine Ländereien, Pachthöfe, Meiereien und Güter aufzuessen und zu vertrinken, mein Weib zu suchen und meinem Freund Ulenspiegel allerorten zu folgen.“
„Wenn Du soviel gereist bist,“ sagte der alte Mann, „so mußt Du wissen, wie man die Leute aus Weert in Limburg heißt.“
„Das weiß ich nicht,“ antwortete Lamm; „aber wisset Ihr mir nicht den Namen des schändlichen Schuftes, der meine Frau aus dem Hause trieb? Fangt ihn mir, ich werde ihn stracks umbringen.“
Der Alte erwiderte: „Zwei Dinge gibt’s in dieser Welt, die einmal entflohen, nimmer zurückkehren: das ist ausgegebenes Geld und ein Weib, das seines Mannes überdrüssig davonfliegt.“
Dann redete er zu Ulenspiegel: