„Hab Erbarmen mit mir, Erbarmen, Ulenspiegel.“

„Der Wolf spricht,“ sagten sie, sich alle bekreuzend. „Er ist ein Teufel und kennt schon Ulenspiegels Namen.“

„Hab Erbarmen, Erbarmen,“ sagte die Stimme. „Heiße die Glocke schweigen; sie läutet für die Toten. Erbarmen, ich bin kein Wolf. Meine Handgelenke sind von der Falle durchbohrt; ich bin alt und blute, Erbarmen! Was ist das für eine helle Kinderstimme, die das Dorf aufweckt? Erbarmen!“

„Dich hört ich schon früher sprechen“, sagte Ulenspiegel ungestüm. „Du bist der Fischhändler, Klasens Mörder, der Vampir der armen Mägdlein. Gevatter und Gevatterinnen, habet keine Furcht. Es ist der Älteste, der nämliche, durch den Soetkin vor Kummer starb.“

Und mit der einen Hand hielt er ihn am Hals unterm Kinn, mit der andern zog er sein Dolchmesser.

Aber Toria, Betkins Mutter, hielt ihn zurück.

„Fangt ihn lebendig,“ schrie sie.

Und sie riß ihm seine weißen Haare in Büscheln aus und zerfleischte sein Gesicht mit ihren Nägeln.

Und sie heulte vor grimmer Wut.

Mit den Händen in der Falle, sprang der Werwolf vor heftigem Schmerz auf dem Wege herum.