„Du tätest wohl daran,“ sagte Ulenspiegel. „Bedenke indessen: wenn die Nachtigall im Walde bleibt, ist sie glücklich und singt; aber so sie ihn verläßt und ihre schwachen Flügel dem starken Seewind aussetzt, zerbrechen sie, und sie stirbt.“
„Ich habe daheim gesungen und ich würde draußen singen, wenn ich könnte,“ sprach sie. Dann näherte sie sich dem Schiffe. „Nimm diesen Balsam,“ sprach sie, „für Dich und Deinen Freund, der schläft, wenn er wachen sollte.“
Und sie entfernte sich und sagte: „Lamm, Lamm! Gott bewahre Dich vor allem Übel, komm gesund zurück.“
Und sie enthüllte ihr Antlitz.
„Mein Weib, mein Weib!“ schrie Lamm.
Und er wollte aufs Eis springen.
„Dein getreues Weib,“ sagte sie und lief behend von dannen.
Lamm wollte vom Deck aufs Eis springen, aber daran hinderte ihn ein Soldat, der ihn am Mantel festhielt. Er schrie, weinte und flehte, ihn gehen zu lassen.
Aber der Profoß sprach zu ihm:
„So du das Schiff verlässest, wirst Du gehenkt.“