„Hier sind noch drei Gülden: wir wollen alles aufessen, ich bezahle. Laßt uns zum „Güldenen Kamm“ gehen. Mein Freund ist nicht tot. Es lebe der Geuse!“
Und das Volk klatschte Beifall, und sie gingen zum „Güldenen Kamm“, allwo ein großer Schmaus bestellt ward, und Lamm warf Heller zum Fenster hinaus für das Volk.
Und Ulenspiegel sagte zu Nele:
„Herzallerliebste, da bist Du also bei mir! O, Jubel! Sie ist hier, mit Leib, Herz und Seele, mein süßes Liebchen. O, die sanften Augen und die schönen roten Lippen, von welchen immer nur gute Worte kamen. Auf unsern Schiffen wirst Du die Pfeife der Freiheit blasen. Entsinnst Du Dich ... Doch nein ... Unser ist die gegenwärtige Stunde voller Wonne, und mein ist Dein Antlitz hold wie Blüten des Rosenmonds. Ich bin im Paradiese. Doch Du weinst ...?“
„Sie haben sie umgebracht,“ sprach sie.
Und sie erzählte ihm die Leidensgeschichte.
Und sich einander anschauend, weinten sie vor Liebe und Schmerz. Und beim Festmahl aßen und tranken sie, und Lamm blickte sie betrübt an und sagte:
„Ach, mein Weib, wo bist Du?“
Und der Priester kam und traute Nele und Ulenspiegel.
Und die Morgensonne fand sie nebeneinander auf ihrem Hochzeitslager.