Auf meiner Fahne steht Leben, schaut!
Allzeit im Lichte leben.
Von Leder ist mir die erste Haut,
Von Stahl die zweite gegeben!“
Und singend zog er von hinnen, nicht ohne den bebenden Mund und die hübschen Augen der fiebernden Nele geküßt zu haben, die in einem weinte und lachte.
Die Geusen sind in Antwerpen. Sie erbeuten Alba’s Schiffe bis in den Hafen hinein. Bei hellem Tage dringen sie in die Stadt, befreien Gefangene und machen andre, die ihnen Lösegeld einbringen sollen. Sie heben die Bürger mit Gewalt aus und zwingen etliche bei Todesstrafe, ihnen zu folgen und nicht zu sprechen.
Ulenspiegel sprach zu Lamm: „Des Admirals Sohn wird im Hause des Kanonikus gefangen gehalten; wir müssen ihn befreien.“
Als sie ins Haus des Kanonikus drangen, sahen sie den Sohn, den sie suchten, in Gesellschaft eines dicken schmerbäuchigen Mönches, der zornig auf ihn einredete, denn er wollte ihn in den Schoß unserer heiligen Mutter Kirche zurückführen. Aber der junge Bursche wollte nicht. Er ging mit Ulenspiegel fort. Indessen packte Lamm den Mönch bei der Kapuze und trieb ihn durch die Straßen von Antwerpen vor sich her, indem er sagte:
„Du bist hundert Gülden Lösegeld wert, schnüre Dein Bündel und schreite voraus. Was säumst Du? Hast Du Blei in Deinen Sandalen? Marsch, Specksack, Speiseschrank, Suppenbauch.“
Der Mönch sagte in großer Wut: