„Ulenspiegel,“ sprach Nele, „diese Vögel bitten um Gnade für ihre Eier.“
Dann begann sie zu zittern und sagte:
„Ich fürchte mich, die Sonne geht zur Rüste, der Himmel ist weiß, die Sterne kommen hervor; es ist die Geisterstunde. Sieh, diese roten Dünste, die den Boden streifen. Tyll, mein Geliebter, welch Ungeheuer der Hölle öffnet so in der Wolke seinen feurigen Rachen? Sieh nach Philippsland zu, wo der königliche Henker um seines grausamen Ehrgeizes willen zu zweien Malen so viele arme Menschen töten ließ, die tanzenden Irrlichter. Es ist die Nacht, wo die Seelen der armen, in den Schlachten Gefallenen die kalte Vorhölle des Fegefeuers verlassen, um sich in der linden Luft der Erde zu erwärmen. Es ist die Stunde, in der Du von Christo, welcher der Gott der guten Zauberer ist, alles erbitten kannst.“
„Die Asche brennt auf meinem Herzen,“ sprach Ulenspiegel. „Wenn doch Christus mir die Sieben zeigen könnte, deren Asche, in alle Winde gestreut, Flandern und die ganze Welt beglückt!“
„Ungläubiger,“ sprach Nele, „Du wirst sie kraft des Balsams erblicken.“
„Vielleicht,“ sprach Ulenspiegel, auf den Sirius deutend, „wenn irgend ein Geist von jenem kalten Sterne herabsteigt.“
Bei dieser Gebärde setzte sich ein Irrlicht, das ihn umgaukelte, auf seinen Finger, und je mehr er sich mühte, es los zu werden, um so fester haftete es.
Da Nele versuchte, Ulenspiegel zu befreien, hatte sie auch ein Irrlicht auf den Fingerspitzen.
Ulenspiegel schlug auf das seine und sprach:
„Antworte! Bist Du die Seele eines Geusen oder eines Spaniers? So Du die Seele eines Geusen bist, gehe ein ins Paradies, bist Du aber eines Spaniers Seele, geh wiederum in die Hölle, woher Du kommst.“