„Komm essen“, sagten sie.
Er folgte ihnen in den Hof der Herberge, gar froh, diese frischen Gesichter um sich zu sehen. Plötzlich sah er mit großem Gepränge, mit Fahne, Trompete, Flöte und Tambourin, die Brüder vom guten Vollmondsgesicht in den Hof einziehen, welche dem lustigen Namen ihrer Bruderschaft alle Ehre machten. Da sie ihn neugierig betrachteten, sagten die Frauen zu ihnen, es sei ein Pilgrim, den sie am Wege aufgelesen, und da sie an ihm ein gutes Vollmondsgesicht gewahrt hätten, gleich dem ihrer Gatten und Bräutigame, so hätten sie ihn geladen, an ihren Lustbarkeiten teilzunehmen.
Die Männer fanden gut, was sie sagten, und der Eine sprach:
„Wallender Pilger, willst Du mit uns durch Tunke und Fleischgerichte pilgern?“
„Ich werde Siebenmeilenstiefel dabei anlegen“, sprach Ulenspiegel.
Da er sich anschickte, mit ihnen in den Festsaal zu treten, gewahrte er auf der Straße nach Paris zwölf wandernde Blinde. Da sie an ihm vorüber zogen und über Hunger und Durst klagten, sagte Ulenspiegel zu sich, daß sie diesen Abend wie Könige tafeln sollten, auf Kosten des Dechanten von Uccle, zur Erinnerung an die Seelenmessen.
Er ging zu ihnen und sprach:
„Hier sind neun Gulden, kommt essen. Riecht ihr den Duft der Fleischgerichte?“
„Ach“, sprachen sie, „seit einer halben Meile sonder Hoffnung.“
„Da ihr jetzt neun Gulden habt, so werdet ihr essen“, sagte Ulenspiegel, aber er gab ihnen keine.