«Was weinst du, Schlingel? Hab' ich's nicht immer gesagt, daß du die schlechteste, undankbarste Kreatur von der Welt bist? Was hast du? Sprich!»

«Ich bin so verlassen, Sir – so ganz verlassen! Jedermann ist so schlimm gegen mich. Es ist mir, als wenn ich hier blutete und mich totbluten müßte»; – und er preßte die Hand auf das Herz und blickte mit nassen Augen seinem Führer in das Gesicht.

Bumble hustete, sagte endlich: «Trockne nur deine Augen und sei ein guter Junge», und ging schweigend weiter.

Der Leichenbestatter, der soeben die Fensterladen seines Geschäfts geschlossen hatte, machte gerade bei dem Scheine einer elenden Kerze einige Eintragungen in sein Rechnungsbuch, als Mr. Bumble eintrat.

«Aha!» sagte er, von dem Buche aufblickend und mitten in einem Worte aufhörend, «sind Sie es, Bumble?»

«Niemand anders!» erwiderte der Kirchspieldiener. «Hier ist er! Ich habe Ihnen den Knaben gebracht.» Oliver machte eine Verbeugung.

«Ah, dies ist also der Knabe?» fragte der Leichenbestatter, indem er die Kerze in die Höhe hob, um Oliver besser betrachten zu können. «Liebe Frau,» rief er dann, «wolltest du vielleicht die Freundlichkeit haben, einmal herzukommen?»

Mrs. Sowerberry tauchte aus einem kleinen Zimmer hinter dem Laden auf und zeigte sich in der Gestalt einer kleinen, hageren Frau mit zänkischem Gesichtsausdruck.

«Liebe Frau,» sagte der Leichenbestatter, «dies ist der Knabe aus dem Armenhause, von dem ich dir erzählt habe.» Oliver machte abermals eine Verbeugung.

«Mein Himmel, wie klein er ist!» rief Mrs. Sowerberry aus.