«Aus einem Grunde,» erwiderte Nancy mit Festigkeit, «aus einem Grunde, den die Dame kennt, und ich weiß, denn ich habe ihr Versprechen, sie wird dabei auf meiner Seite stehen; und aus dem weiteren Grunde, weil ich – ein so ruchloses Leben er auch geführt hat – gleichfalls einen schlechten Wandel geführt habe. Viele von uns sind miteinander schlecht und böse gewesen, und ich will sie nicht verraten, die mich hätten verraten können und es, so schlecht sie sind, nicht taten.»

«Dann,» fiel der Herr lebhaft ein, als wenn er erreicht hätte, was er eben gewollt, «dann liefern Sie mir Monks in die Hände und überlassen Sie es mir, nach Gutdünken mit ihm zu verfahren.»

«Wie aber, wenn er die andern verrät?»

«Ich verspreche Ihnen, daß die Sache ruhen soll, sobald wir ihm die Wahrheit abgerungen haben. In Olivers kleiner Lebensgeschichte kommen ohne Zweifel Umstände vor, die man nur sehr ungern der Öffentlichkeit preisgeben würde, und ist nur die Wahrheit heraus, so soll niemand in Ungelegenheit kommen.»

«Aber wenn Sie sie nicht herausbekommen?»

«Dann soll der Jude nicht ohne Ihre Einwilligung vor Gericht gezogen werden, und ich glaube Ihnen für den Fall Gründe vorlegen zu können, nach deren Anhören Sie einwilligen werden.»

«Hab' ich dafür das Versprechen der Dame?» fragte Nancy mit Nachdruck.

«Ich gebe es Ihnen», nahm Rose das Wort; «gebe Ihnen die aufrichtigste und bestimmteste Zusage.»

«Monks soll nie erfahren, wie Sie zu der Kunde, die Sie durch mich besitzen, gelangt sind?» fuhr das Mädchen nach einem kurzen Stillschweigen fort.

«Nein – nie,» erwiderte der Herr. «Er soll es nicht einmal vermuten können.»