«Und nun zu den Geschäften!» rief der Kirchspieldiener, indem er eine lederne Brieftasche hervorzog. «Der Knabe, der halb auf den Namen Oliver Twist getauft wurde, ist heute neun Jahre alt.»

«Des Himmels Segen über das liebe Herzchen!» rief Mrs. Mann aus und mußte die Augen mit der Schürze abtrocknen.

Mr. Bumble fuhr fort: «Trotz ausgebotener Belohnung von zehn Pfund, ja nachher von zwanzig Pfund – trotz der übernatürlichen Anstrengungen des Kirchspiels, sind wir nicht imstande gewesen, seinen Vater ausfindig zu machen oder seiner Mutter Wohnung, Namen oder Stand in Erfahrung zu bringen.»

«Wie geht es denn aber zu, daß er einen Namen hat?» fragte die Waisenmutter.

Der Kirchspieldiener warf sich in die Brust und erwiderte: «Ich erfand ihn.»

«Sie, Mr. Bumble!»

«Ich, Mrs. Mann. Wir benennen unsere Findlinge nach dem Alphabet. Der letzte war ein S – Swubble: ich benannte ihn. Dieser war ein T – Twist: ich gab ihm abermals den Namen. Der nächste, der kommen wird, wird Unwin heißen, der nächstfolgende Vilkins. Ich habe Namen im Vorrat von A bis Z; und wenn ich beim Z angekommen bin, fang' ich beim A wieder an.»

«Sie sind wirklich ein Gelehrter, Mr. Bumble!»

«Mag sein, mag sein, Mrs. Mann. Doch genug davon. Oliver ist jetzt zu alt geworden zum Hierbleiben, das Kollegium hat beschlossen, ihn zurückzunehmen, ich bin selbst gekommen, ihn abzuholen; – wo ist er?»

Mrs. Mann eilte hinaus und erschien gleich darauf mit Oliver wieder, der unterdes gewaschen und bestens gekleidet war.