«Wie heißt du, Junge?» begann der Herr auf dem großen Stuhle.
Oliver zitterte, denn der Anblick so vieler Herren brachte ihn gänzlich außer Fassung; Bumble suchte ihn durch eine kräftige Berührung mit dem Kirchspieldienerstabe zu beleben, und er fing an zu weinen. Er antwortete daher leise und zögernd, worauf ihm ein Herr in weißer Weste zurief, er wäre ein dummer Junge, was ein vortreffliches Mittel war, ihm Mut einzuflößen.
«Junge,» sagte der Präsident, «höre, was ich dir sage. Du weißt doch, daß du eine Waise bist?»
«Was ist denn das, Sir?» fragte der unglückliche Oliver.
«Er ist in der Tat ein dummer Junge – ich sah es gleich», sagte der Herr mit der weißen Weste sehr bestimmt.
«Du wirst doch wissen,» nahm der Herr wieder das Wort, der zuerst gesprochen hatte, «daß du weder Vater noch Mutter hast und vom Kirchspiel erzogen wirst?»
«Ja, Sir», antwortete Oliver, bitterlich weinend.
«Was heulst du?» fragte der Herr mit der weißen Weste; und es war in der Tat höchst auffallend, daß Oliver weinte. Was konnte er denn für eine Veranlassung dazu haben?
«Ich hoffe doch, daß du jeden Abend dein Gebet hersagst», fiel ein anderer Herr in barschem Tone ein, «und für diejenigen, die dir zu essen geben und für dich sorgen, betest, wie es sich für einen Christenmenschen ziemt.»
«Ja, Sir», stotterte Oliver.