«Nein!»
«Wie – auch nicht vom schmucken, geriebenen Toby Crackit?» entgegnete der Jude ungläubig. «Bedenkt doch nur, wie die Weibsen sind, Bill!»
«Nein, auch nicht von Toby Crackit», erwiderte Sikes. «Er hat die ganze Zeit, daß er's Bayes umschlichen, falsche Knebelbärte und 'ne gelbe Weste getragen; hat aber alles nicht helfen wollen.»
«Er hätt's versuchen sollen mit 'nem Schnurrbart und Soldatenhosen, mein Lieber», sagte der Jude nach einigem Besinnen.
«Das hat er auch schon getan, und 's ist ebenso vergeblich gewesen.»
Der Jude machte eine verdrießliche und verlegene Miene dazu, versank auf ein paar Minuten in tiefes Nachsinnen und sagte endlich mit einem schweren Seufzer, wenn man sich auf Toby Crackits Berichte verlassen könnte, so fürchte er, daß der Plan aufgegeben werden müsse. «'s ist aber sehr betrübend, Bill,» setzte er, die Hände auf die Knie stützend, hinzu, «so viel zu verlieren, wenn man einmal den Sinn hat gesetzt darauf.»
«Freilich,» sagte Sikes, «'s ist ganz verdammt ärgerlich!»
Es folgte ein langes Stillschweigen. Der Jude war in tiefe Gedanken verloren, und sein Gesicht nahm einen Ausdruck wahrhaft satanischer Spitzbüberei an. Sikes blickte ihn von Zeit zu Zeit verstohlen von der Seite an, und Nancy heftete, aus Furcht, den Wohnungsinhaber zu erzürnen, die Augen auf das Feuer, als wenn sie bei allem, was gesprochen worden, taub gewesen wäre.
«Fagin,» unterbrach Sikes endlich die allgemeine Stille, «schafft's fünfzig Füchse extra, wenn's durch Einbruch vollbracht wird?»
«Ja!» rief der Jude, wie aus einem Traume erwachend.