„Allerdings.“

„Welches wäre das?“

„Ich weiß recht wohl, daß ich ohne Sie keine Hoffnung haben könnte. Ich sehe recht wohl ein, daß, selbst wenn Miß Manette mich in diesem Augenblick in ihrem unschuldigen Herzen hegte — glauben Sie nicht, daß ich so anmaßend bin, so Viel vorauszusetzen — ich diesen Platz nicht behaupten könnte gegen ihre Liebe zu ihrem Vater.“

„Wenn dies der Fall ist, sehen Sie dann auf der andern Seite ein, was dies nach sich zieht?“

„Ich sehe eben so gut ein, daß ein Wort ihres Vaters zu Gunsten eines Bewerbers gegen ihre Ansicht und die ganze Welt entscheidend sein würde. Aus diesem Grunde, Dr. Manette,“ sagte Darnay bescheiden, aber fest, „möchte ich Sie nicht um dieses Wort bitten und wenn es mein Leben gälte.“

„Ich bin dessen gewiß. Charles Darnay, Geheimnisse entstehen ebenso gut aus inniger Liebe, wie aus weiter Trennung; in ersterem Falle sind sie tief und verwickelt und schwer zu durchdringen. Meine Tochter Lucie ist in dieser einen Hinsicht ein solches Geheimniß für mich; ich habe über den Zustand ihres Herzens nicht einmal eine Vermuthung.“

„Darf ich fragen, Sir, ob Sie glauben, daß —“ da er stockte, setzte der Vater den Satz fort.

„Sich ein Anderer um sie bewirbt?“

„Das wollte ich sagen.“

Der Vater überlegte ein wenig, ehe er eine Antwort gab: