„Wenn ich von Erfolg spreche, so spreche ich von Erfolg bei der jungen Dame; und wenn ich von Ursachen und Gründen spreche, die den Erfolg wahrscheinlich machen, so spreche ich von Ursachen und Gründen, die auf die junge Dame wirken würden. Die junge Dame, guter Herr,“ sagte Mr. Lorry, indem er sanft Stryvers Arm berührte, „die junge Dame. Die junge Dame ist vor Allem zu berücksichtigen.“
„Sie wollen also sagen, Mr. Lorry,“ sagte Stryver und stemmte die Arme wieder auf den Tisch, „daß es Ihre wohlüberlegte Meinung sei, die fragliche junge Dame sei ein coquettes Gänschen?“
„Das eben nicht. Ich will Ihnen blos sagen, Mr. Stryver,“ sagte Mr. Lorry mit geröthetem Gesicht, „daß ich von Niemanden ein geringschätziges Wort über diese junge Dame dulde, und daß, wenn ich einen Mann kennte — was ich nicht hoffe — dessen Bildung so gering und dessen Sinn so gemein und hochfahrend sein sollte, daß er sich nicht enthalten könnte von dieser jungen Dame an diesem Pulte unehrerbietig zu sprechen, selbst Tellsons mich nicht hindern sollten, ihm ordentlich meine Meinung zu sagen.“
Die Nothwendigkeit seinen Aerger nieder zu halten, hatten Mr. Stryvers Blutgefäße in einen gefährlichen Zustand versetzt, als an ihm die Reihe war, ärgerlich zu sein. Mr. Lorrys Adern, so methodisch sonst das Blut in ihnen floß, waren in keinem bessern Zustand als jetzt die Reihe an ihm war.
„Das war es, was ich Ihnen sagen wollte,“ sagte Mr. Lorry. „Es war nothwendig, damit kein Irrthum zwischen uns obwalte.“
Mr. Stryver kaute eine kleine Weile an dem Ende eines Lineals und schlug dann damit nach dem Tacte einer Melodie an seine Zähne, wovon er wahrscheinlich Zahnschmerzen bekam. Endlich unterbrach er die verlegene Pause mit den Worten:
„Das ist mir etwas Neues, Mr. Lorry. Sie rathen mir in allem Ernste an, nicht nach Soho zu gehen und ihr meine Hand anzubieten — meine Hand, die Hand Stryvers von Kings Bench Bar?“
„Fragen Sie mich um Rath, Mr. Stryver?“
„Allerdings.“