„Lange, lange schon.“

„Sie wissen, daß Sie wiederauferstanden sind?“

„So höre ich sagen.“

„Ich hoffe, Sie treten gern wieder ins Leben ein?“

„Das weiß ich nicht.“

„Soll ich sie Ihnen zeigen?“

„Wollen Sie sie sehen?“

Die Antworten auf diese Fragen lauteten verschieden und widersprechend. Manchmal lautete sie mit gebrochener Stimme: „Warten Sie! Es könnte mein Tod sein, wenn ich sie zu früh sähe.“ Manchmal kam sie mit einem Strom von rührenden Thränen und lautete dann: „Bringen Sie mich zu ihr.“ Manchmal war sie von weitgeöffneten Augen und verwirrten Blicken begleitet und war dann: „Ich kenne sie nicht. Ich weiß nicht, was Ihr von mir wollt.“

Nach dieser Unterhaltung im Traum fing der Passagier in seinem Weiterträumen an zu graben und zu graben und zu graben — bald mit einem Spaten oder mit einem großen Schlüssel, oder mit den Händen — um den Unglücklichen auszugraben. Wie er endlich wieder, mit Erde um Gesicht und Haar, herausgeholt war, zerfiel er urplötzlich in Staub. Dann fuhr der Passagier aus seinem Halbschlummer auf und ließ das Fenster herab, um die Wirklichkeit des Nebels und Regens auf seiner Backe zu fühlen.

Aber selbst wenn seine wachen Augen den Nebel und Regen, den sich vorwärts bewegenden Streifen Licht von der Laterne und die in Stößen zurückweichenden Hecken an der Straße sahen, mischten sich die Schatten der Nacht außerhalb der Kutsche in den Zug der Schatten der Nacht innerhalb derselben. Das wirkliche Bankhaus am Tempelthor, das wirkliche Geschäft des gestrigen Tages, die wirklichen Kassenräume, der wirkliche Bote, der ihm nachgeschickt worden und die wirkliche Botschaft, die er zurückgeschickt hatte, waren alle vorhanden. Aber mitten unter ihnen tauchte das gespenstische Gesicht empor und er mußte es wieder anreden.