Die Entdeckung ließ nicht lange auf sich warten, daß es schlimmer und unnütz war, ihn anzureden, da er, wenn man ihn drängte, unruhig und ärgerlich wurde. Er gab schon den ersten Tag diesen Versuch auf und beschloß, für alle Fälle fortwährend vor seinen Augen zu bleiben, als stummer Verwahrung gegen die Täuschung, in die er verfallen, oder verfiel. Er blieb daher auf seinem Platz in der Nähe des Fensters, mit Lesen und Schreiben beschäftigt, und in so mannichfaltiger und natürlicher Weise als er ersinnen konnte, zu verstehen gebend, daß er sich an einem Jedermann zugänglichen Ort befinde.
Dr. Manette nahm an diesem ersten Tage Speise und Trank an, wie sie ihm gereicht wurden, und arbeitete fort bis es zu finster ward um zu sehen — arbeitete noch als schon seit einer halben Stunde Mr. Lorry um keinen Preis im Stande gewesen wäre, noch zu lesen oder zu schreiben. Als er sein Handwerkszeug als nutzlos bis zum Morgen hinlegte, stand Mr. Lorry auf und sagte zu ihm:
„Wollen Sie ausgehen?“
Er blickte rechts und links neben sich auf den Fußboden, blickte auf, und wiederholte mit gedämpfter Stimme, alles in der alten Weise:
„Ausgehen!“
„Ja; wir wollen zusammen spazieren gehen; warum nicht?“
Er machte keine Anstrengung zu sagen warum nicht, und sprach kein Wort weiter. Aber Mr. Lorry glaubte zu bemerken, wie er sich in der Dämmerung, mit dem Ellenbogen auf den Knien und mit dem Kopfe in den Händen auf seiner Bank vorbeugte, und in einer verwirrten Weise fragte: „Warum nicht?“ Der Scharfblick des Geschäftsmanns bemerkte hier einen Vortheil und beschloß weiter darauf zu bauen.
Miß Proß und er theilten die Nacht in zwei Wachen und beobachteten ihn von Zeit zu Zeit von dem anstoßenden Zimmer aus. Er ging lange Zeit, ehe er sich hinlegte, auf und ab, aber als er sich niederlegte, schlief er ein. Des Morgens stand er frühzeitig auf, ging geraden Wegs nach seiner Bank und arbeitete.