Der Doctor hielt die Hand vor die Augen und klopfte unruhig mit dem Fuße auf den Boden.
„Er hat sie immer bei sich behalten,“ sagte Mr. Lorry mit einem bangen Blick auf seinen Freund. „Wäre es aber nun nicht besser, wenn er sie fortschaffte?“
Immer noch hielt der Doctor die Hand vor die Augen und klopfte mit dem Fuß unruhig auf den Boden.
„Sie finden es nicht leicht, mir einen Rath zu ertheilen?“ sagte Mr. Lorry. „Ich begreife wohl, daß es eine schwierige Frage ist. Und doch meine ich“ — und hier schüttelte er den Kopf und hielt inne.
„Sie sehen,“ sagte Dr. Manette nach einer Pause, „es ist sehr schwierig, die Bewegungen zu erklären, welche im innersten Gemüthe dieses armen Mannes sich geregt haben. Er sehnte sich mit so heißer Leidenschaft nach dieser Beschäftigung und sie war ihm so willkommen als sie kam; sie erleichterte jedenfalls seinen Schmerz so sehr dadurch, daß sie ihn von der Qual des Nachdenkens über Vergangenheit und Zukunft ablenkte, daß er seitdem den Gedanken nicht hat ertragen können, sich ganz von ihr zu trennen. Selbst jetzt, wo — wie ich glaube — er seine Sache für hoffnungsvoller hält, als je zuvor und von sich sogar mit einer Art Zuversicht spricht, erfüllt ihn der Gedanke, daß er die alte Beschäftigung brauchen und nicht bei der Hand haben könnte mit einem plötzlichen Gefühl des Entsetzens gleich demjenigen, was — wie man sich vorstellen kann — ein im Walde verirrtes Kind empfindet.“
Er sah aus wie das Gleichniß, das er brauchte, als er die Augen erhob, um Mr. Lorry anzusehen.
„Aber kann nicht — bedenken Sie wohl, ich frage, um mich zu unterrichten als ein einfacher Geschäftsmann, der nur mit so materiellen Gegenständen wie Guineen, Schillingen und Banknoten zu thun hat — kann nicht das Beisichbehalten der Sache das Festhalten an dem Gedanken nach sich ziehen? Wenn die Sache fortwäre, lieber Manette, könnte da nicht auch die alte Furcht mit weichen? Kurz — ist es nicht eine Nachgiebigkeit an die Furcht, die Schmiede zu behalten?“
Es folgte eine andere Pause.
„Sie müssen auch wissen,“ sagte der Doctor mit zitternder Stimme, „daß sie eine so alte Gefährtin ist.“
„Ich würde sie nicht behalten,“ sagte Mr. Lorry mit Kopfschütteln; denn er wurde um so fester, jemehr er sah, daß der Doctor unruhig wurde. „Ich würde rathen, sie zu opfern. Mir fehlt nur Ihre Erlaubniß. Ich bin überzeugt, daß es nicht gut thut. Ich bitte Sie, geben Sie mir Ihre Erlaubniß! — Um seiner Tochter willen, lieber Manette.“