„Erinnert Ihr Euch Alle an den alten Foulon, der den Hungernden sagte, sie könnten Gras essen — und der gestorben und zur Hölle gefahren ist?“

„Wir Alle,“ tönte es aus allen Kehlen.

„Die Nachrichten sind von ihm. Er ist unter uns!“

„Unter uns?“ — tönte es wieder aus der allgemeinen Kehle. „Und todt?“

„Nicht todt! Er fürchtete sich so sehr vor uns — und mit Grund — daß er sich für todt ausgeben und für sich ein großes Leichenbegängniß ausrichten ließ. Aber sie haben ihn lebendig in einem Versteck in der Provinz aufgefunden und ihn hergebracht. Ich habe ihn eben jetzt als Gefangenen auf dem Wege nach dem Stadthause gesehen. Ich habe gesagt, daß er Grund hatte uns zu fürchten. Sprecht Alle: hat er Grund?“

Armer alter Sünder von mehr als siebzig Jahren, wenn du es nie gewußt hättest, so hättest du es jetzt gefühlt in deinem innersten Herzen, wenn du das antwortende Geheul vernommen hättest!

Eine Pause tiefen Schweigens folgte. Defarge und seine Frau sahen einander fest an. Der Racheengel bückte sich und man hörte eine Trommel klappern, wie sie dieselbe unter dem Ladentische hervorholte.

„Patrioten!“ rief Defarge mit entschlossener Stimme, „sind wir fertig?“

Augenblicklich stak das Messer der Madame Defarge in ihrem Gürtel; die Trommel rasselte auf der Straße, als ob sie und ein Trommler durch Zauberei zu einander geflogen wären; und der Racheengel eilte mit entsetzlichem Geschrei und ihre Arme um den Kopf bewegend wie vierzig Furien auf einmal von Haus zu Haus, um die Kameradinnen zu rufen.