Wie er mit bereits gefaßtem Entschluß auf- und abging, überlegte er, daß weder Lucie noch ihr Vater vor seiner Abreise etwas erfahren durften. Lucien mußte der Trennungsschmerz erspart bleiben; und ihr Vater — immer abgeneigt, sich mit den gefährlichen Erinnerungen aus alter Zeit zu beschäftigen — durfte den Schritt erst als einen bereits geschehenen, über den jeder Zweifel beseitigt ist, erfahren. Wie viel von der Halbheit seiner Lage ihrem Vater in Folge der Abgeneigtheit desselben, alte Erinnerungen an Frankreich in seiner Seele zu wecken, zuzuschreiben war, besprach er jetzt nicht bei sich. Aber auch dieser Umstand hatte Einfluß auf seinen Entschluß.

Er ging, ganz mit seinen Gedanken beschäftigt, auf und ab bis es Zeit war, wieder zu Tellsons zu gehen und von Mr. Lorry Abschied zu nehmen. Gleich nach seiner Ankunft in Paris wollte er seinen alten Freund aufsuchen; aber jetzt durfte er von seiner Absicht nichts wissen.

Ein Wagen mit Postpferden stand vor der Thür des Geschäfts und Jerry reisefertig daneben.

„Ich habe den Brief abgegeben,“ sagte Charles Darney zu Mr. Lorry. „Ich konnte nicht einwilligen, Sie mit einer schriftlichen Antwort zu belästigen, aber vielleicht nehmen Sie eine mündliche mit.“

„Das will ich — und gern, wenn es nicht gefährlich ist.“

„Durchaus nicht, obgleich Sie an einen Gefangenen in der Abbaye gerichtet ist.“

„Wie heißt er?“ fragte Mr. Lorry mit dem geöffneten Taschenbuche in der Hand.

„Gabelle.“

„Gabelle. Und was habe ich an den armen Gabelle im Gefängniß auszurichten?“