„Ich kann sie nicht finden,“ sagte er, „und ich muß sie haben. Wo ist sie?“

Kopf und Hals waren bloß und wie er einen hülflosen Blick ringsum schweifen ließ, zog er seinen Rock aus und ließ ihn auf den Fußboden fallen.

„Wo ist meine Bank? Ich habe sie überall gesucht und kann sie nicht finden. Wo habt Ihr meine Arbeit hingethan? Die Zeit drängt: ich muß die Schuhe fertig machen.“

Sie sahen sich einander an und die letzte Hoffnung entschwand aus ihrem Herzen.

„Bitte, bitte!“ sagte er mit weinerlicher Stimme; „gebt mir meine Arbeit.“

Da er keine Antwort erhielt, raufte er sich das Haar und stampfte mit dem Fuße auf den Boden, wie ein Kind das seinen Willen nicht hat.

„Quälen Sie nicht einen armen, unglücklichen Mann,“ bat er dann mit einem herzzerreißenden Aufschrei; „geben Sie mir meine Arbeit! Was soll aus uns werden, wenn diese Schuhe heute Nacht nicht fertig werden?“

Von Sinnen, rein von Sinnen!

Es war so offenbar nutzlos ihm verständig zuzusprechen, oder zu versuchen ihn zu sich zu bringen, daß jeder von den Beiden, wie auf Verabredung, eine Hand auf seine Schulter legte und ihn durch das Versprechen, sie wollten ihm seine Arbeit schaffen, bewogen, vor dem Feuer Platz zu nehmen. Er sank in den Stuhl, stierte in die Kohlen und fing an zu weinen. Als ob Alles, was seit der Dachstubenzeit geschehen war ein flüchtiger Traum gewesen, sah Mr. Lorry ihn zu derselben Gestalt zusammenschrumpfen, die Defarge unter seiner Obhut gehabt hatte.

Gerührt und zugleich erschrocken über diesen plötzlichen Zusammensturz, wie sie alle beide waren, hatten sie doch nicht Zeit sich solchen Empfindungen hinzugeben. Seine alleinstehende Tochter, ihrer letzten Hoffnung und Stütze beraubt, sprach zu mächtig zu ihnen. Wieder sahen sie sich wie verabredet mit einem und demselben Worte auf den Lippen an. Carton sprach zuerst: