Es lag etwas so helles, so strahlendes und merkwürdiges in dem Ausdrucke seines Gesichts, daß der Gefangene für den ersten Augenblick ungewiß war, ob die Erscheinung nicht ein Geschöpf seiner Phantasie sei. Aber er sprach und es war seine Stimme; er ergriff die Hand des Gefangenen und es war der Druck einer wirklichen Hand.
„Von allen Menschen auf der Welt hätten Sie mich am wenigsten zu sehen erwartet?“ sagte er.
„Ich konnte nicht glauben, daß Sie es wären. Ich kann es jetzt kaum glauben. Sie sind nicht verhaftet?“ Diese Befürchtung kam ihm plötzlich in den Sinn.
„Nein. Ich besitze zufällig eine Macht über einen der Schließer hier und durch Anwendung derselben stehe ich vor Ihnen. Ich komme von ihr — von Ihrer Gattin, lieber Darnay.“
Der Gefangene drückte ihm feurig die Hand.
„Ich überbringe eine Bitte von ihr.“
„Welche?“
„Eine höchst ernste, dringende und nachdrückliche Bitte, an Sie gerichtet in dem rührendsten Tone der Ihnen so theueren Stimme, deren Sie sich so gut erinnern.“
Der Gefangene wendete sein Gesicht halb weg.
„Sie haben keine Zeit zu fragen, warum ich sie bringe und was sie zu bedeuten hat; ich habe keine Zeit es Ihnen zu sagen. Sie müssen sie erfüllen — ziehen Sie Ihre Stiefeln aus und ziehen Sie dafür meine an.“