„Verlaßt Euch auf die patriotischen Geschworenen, Bürgerin. Ich stehe für meine Mitgeschworenen.“

„Jetzt laßt uns noch einmal sehen,“ sagte Madame Defarge überlegend. „Kann ich diesen Doctor für meinen Mann entbehren? Ich habe Nichts für und Nichts gegen ihn. Kann ich ihn entbehren?“

„Er würde als ein Kopf zählen,“ bemerkte Jaques Drei mit gedämpfter Stimme. „Wir haben wirklich nicht Köpfe genug; es wäre schade, sollte ich meinen.“

„Er wechselte mit ihr Signale, als ich sie sah,“ erwiederte Madame Defarge; „ich kann von den Einen nicht sprechen, ohne den Anderen zu erwähnen; und ich darf nicht stumm sein und die ganze Sache diesem kleinen Bürger hier überlassen. Denn ich bin kein schlechter Zeuge.“

Der Racheengel und Jaques Drei wetteiferten mit einander in leidenschaftlichen Betheuerungen, daß sie die vortrefflichste und bewunderungswürdigste aller Zeuginnen sei. Um nicht zurückzubleiben, nannte sie der kleine Bürger „eine himmlische Zeugin.“

„Er muß sehen wie er fährt,“ sagte Madame Defarge. „Nein; ich kann ihn nicht entbehren! Ihr seid beschäftigt um drei Uhr; Ihr geht zu der Hinrichtung. — Ihr?“

Diese letzte Frage galt dem Holzhacker, der hastig mit Ja antwortete und die Gelegenheit ergriff um hinzuzusetzen, daß er der eifrigste aller Republikaner sei und der unglücklichste aller Republikaner sein würde, wenn ihm Jemand den Genuß raubte, seine Nachmittagspfeife zu rauchen, und dabei dem drolligen Nationalbarbier zuzusehen. Er betheuerte Dies mit soviel Nachdruck, daß man ihn in Verdacht hätte haben können, (und vielleicht hatten ihn auch die schwarzen Augen der Madame Defarge, die verächtlich auf ihn herabsah, in diesem Verdachte) er hege jede Stunde des Tages seine kleinen besonderen Befürchtungen für seine persönliche Sicherheit.

„Ich muß auch hin,“ sagte Madame. „Nachdem es vorbei ist — sagen wir um 8 Uhr Abends — kommt ihr zu mir nach St. Antoine, und wir reichen dann die Anzeige gegen diese Leute bei meiner Section ein.“

Der Holzhacker sagte, er werde sich stolz und geschmeichelt fühlen, der Bürgerin Befehl auszuführen. Die Bürgerin blickte ihn an, er wurde verlegen, wich ihrem Blicke aus, wie es ein Hündchen gethan haben würde, zog sich unter sein Holz zurück und versteckte seine Verwirrung hinter dem Griffe seiner Säge.

Madame Defarge winkte dem Geschwornen und dem Racheengel etwas näher an die Thür zu kommen, und setzte ihnen dort ihre weiteren Pläne mit folgenden Worten auseinander: