„Meinen Sie?“ sagte Mr. Stryver. „Nun, Sie sind den ganzen Tag dabei gewesen und müssen’s wissen. Sie sind übrigens auch Geschäftsmann.“

„Und als solcher,“ sprach Mr. Lorry, den der Vertheidiger des Angeklagten jetzt in die Gruppe zurückgedrängt hatte, wie er ihn vorher hinausgedrängt, „als solcher bitte ich Dr. Manette, diese Conferenz abzubrechen und uns Alle nach Hause zu schicken. Miß Lucie sieht leidend aus, Mr. Darnay hat einen schrecklichen Tag gehabt, wir sind Alle fertig.“

„Sprechen Sie für sich, Mr. Lorry,“ sagte Stryver; „ich habe noch die Nacht zu arbeiten. Sprechen Sie für sich.“

„Ich spreche für mich,“ gab Mr. Lorry zur Antwort, „und für Mr. Darnay und für Miß Lucie und — Miß Lucie, meinen Sie nicht, daß ich für uns Alle sprechen darf?“ Er legte einen Nachdruck auf die Frage und begleitete sie mit einem Blick auf ihren Vater.

Auf seinem Antlitz war ein seltsamer Ausdruck, mit dem er Darnay ansah, gewissermaßen festgefroren: Ein forschender Ausdruck, der sich allmälig zu einem Ausdruck der Abneigung und des Mißtrauens vertiefte und in welchen sich sogar Furcht mischte. Während dieser seltsame Ausdruck auf seinem Gesicht lag, waren seine Gedanken in die Ferne geschweift.

„Vater,“ sagte Lucie, indem sie sanft die Hand auf seinen Arm legte.

Er schüttelte langsam den Schatten von sich ab und drehte sich nach ihr um.

„Wollen wir nach Hause gehen, Vater?“

Mit einem langen, tiefen Athemzug gab er zur Antwort: „Ja.“

Die Freunde des freigesprochenen Angeklagten waren in der von ihm selbst ausgegangenen Meinung fortgegangen, daß er diesen Abend noch nicht werde in Freiheit gesetzt werden. Die Lampen in den Gängen waren fast alle ausgelöscht, die eisernen Thüren wurden klappernd und rasselnd zugeschlossen und der unheimliche Ort war verödet bis morgen früh, wo Galgen, Pranger, Prügelpfahl und Brandmarkungseisen von Neuem ihren Zehnten forderten.