Nach Hause zurückgekehrt, schrieb Pierre an Berthe:

„Meine liebe kleine Freundin!

Es schmerzt mich, dir diesen Brief zu schreiben, weil es dich schmerzen wird, ihn zu lesen. Du bist krank, meine kleine Berthe, ich möchte bei dir sein, um dich zu trösten und dir zu beweisen, daß ich um deiner Leiden willen leide. Dennoch gibt es Dinge, die ich dir sagen muß.

Bis heute abend kannte ich das Brocaspital nicht. Ich weiß jetzt, von welcher Krankheit man dich dort kuriert. Du wirst sehr traurig sein, aber glaube nicht, daß ich dich verlasse. Ich verlasse die Meinen nie und du gehörst zu den Meinen, denn es sind schon drei Monate her, daß wir uns kennen. Ich schicke dir eine Postanweisung auf drei Francs.

Das wollte ich dir sagen: unsre Beziehungen müssen sich ändern, denn ich will nicht deine Krankheit bekommen. Ich zögere niemals ein Opfer darzubringen, aber hier würde mir das Opfer ein Übel zuziehen, ohne dir zu nützen. Wir werden uns weiter sehen, nicht wahr? Wir werden zusammen spazierengehen, wenn du wollen wirst, und wir werden zwei Freunde sein, Freund Pierre und Freundin Berthe.

Du verstehst wohl, daß ich deiner Krankheit nicht nachlaufen kann. Ich glaube, ihr entwischt zu sein, denn ich sehe keinerlei Anzeichen, aber ich bin noch nicht außer Gefahr. Einer meiner Freunde, der Mediziner ist, hat es mir gesagt. Man muß vierzehn Tage abwarten.

Berthe, wenn ich krank wäre, würde ich dir verzeihen. Ich bin aus einer Familie, in der man nie solche Krankheiten gehabt hat. Ich möchte sie nicht auf andre übertragen. Übrigens wollen wir uns schreiben wie früher. Ich hoffe, niemals zu bedauern, dich kennengelernt zu haben.

Ich schließe, meine liebe kleine Freundin, in Gedanken an dich. Ich erwarte deine Antwort mit großer Ungeduld, um zu erfahren, ob du nicht zu traurig darüber warst, was ich dir schreibe. Ich liebe dich immer, und liebe dich noch mehr, weil du krank bist!

Dein dich küssender Freund

Pierre.“