Wie? Er geht? Aber warum bin ich so unruhig? Ich liebe ihn ja nicht. .. Nein, ich bin ihm nur gewogen. Es ist doch ein unerträglicher Stolz, daß er mich verläßt. Aber habe ich ihn etwan beleidiget? Er ist ja sonst so vernünftig und so großmütig… Nein, nein, er liebt mich nicht. Es muß Verstellung gewesen sein. Ich habe heute ein recht mürrisches Wesen. (Lottchen tritt unvermerkt herein.) Wenn ich nur meine Laute hier hätte, ich wollte…
Achter Auftritt
Julchen. Lottchen.
Lottchen. Ich will sie gleich holen, wenn du es haben willst. Aber, mein Kind, was hast du mit dir allein zu reden? Es ist ja sonst deine Art nicht, daß du mit der Einsamkeit sprichst?
Julchen. Wenn hätte ich denn mit mir allein geredet? Ich weiß nicht, daß ich heute allen so verdächtig vorkomme.
Lottchen. Aber woher wüßte ich's, daß du die Laute hättest haben wollen, wenn du nicht geredt hättest? Mich hast du nicht gesehen, liebes Kind, und also mußt du wohl mit dir selbst geredt haben. Ich dächte es wenigstens, oder bist du anderer Meinung?
Julchen. Ihr müßt euch alle beredt haben, mir zu widersprechen.
Lottchen. Wieso? Ich habe dir nicht widersprochen. Und wenn es Herr Damis getan hat, so kann ich nichts dafür. Warum ziehst du deine guten Freunde nicht besser? Er sagte mir im Vorbeigehen, du wärest recht böse geworden, weil er es etliche Mal versehen und wider sein Versprechen an die Liebe gedacht hätte.
Julchen. Schwester, ich glaube, Ihr kommt, um Rechenschaft von mir zu fordern. Ihr hört es ja, daß ich mich nicht zur Liebe zwingen lasse.
Lottchen. Recht, Julchen, wenn dir Herr Damis zuwider ist: so bitte ich dich selber, liebe ihn nicht.