Julchen. Und was denn? Sie halten mich wider meinen Willen zurück.
Ist Ihnen etwas begegnet? Was wollen Sie sagen? Reden Sie doch.

Damis (bange). Meine Juliane!

Julchen (mit beweglicher Stimme). Juliane! den Namen höre ich zum
dritten Male. Sie schweigen wieder? Ich muß nur gehn. (Sie geht.
Er sieht ihr traurig nach, und sie sieht sich um.) Wahrhaftig, es muß
Ihnen etwas Großes begegnet sein. Darf ich's nicht wissen?

Damis (er kömmt auf sie zu). Wenn Sie mir's vergeben wollten: so wollte ich Ihnen sagen; aber nein… Ich würde Ihre Gewogenheit darüber verlieren und… (Er küßt ihr die Hand und hält sie dabei.) Nein, ich habe Ihnen nichts zu sagen. Ach, Sie sind verdrießlich, meine Juliane?

Julchen (ganz betroffen). Nein, ich bin nicht traurig. Aber ich erschrecke, daß ich Sie so bestürzt sehe. Ja… Ich bin nicht traurig. Ich bin ganz gelassen, und ich wollte, daß Sie auch so wären. Halten Sie mich nicht bei der Hand. Ich will Sie verlassen. Ich wollte meine Schwester suchen und ihr sagen…

Damis. Was wollten Sie ihr denn sagen? mein schönes Kind!

Julchen. Ich wollte ihr sagen… daß der Papa nach ihr gefragt hätte und…

Damis. Der Papa? mein Engel!

Julchen. Nein, ich irre mich. Herr Siegmund hat nach ihr gefragt und
meine Schwester sprechen wollen und mich gebeten… (Sie sieht ihn an.
) In Wahrheit, Sie sehen so traurig aus, daß man sich des Mitleidens..
. (Sie wendet das Gesichte beiseite.)

Damis. Meine Juliane! Ihr Mitleiden… Sie bringen mich zur äußersten Wehmut.