Zwanzigster Auftritt

Die Vorigen, Siegmund. Simon. Damis. Der Magister.

Cleon. Endlich erlebe ich die Freude, die ich mir lange gewünscht habe. Ich will Sie, meine Herren, mit keiner weitläuftigen Rede aufhalten. Die Absicht unserer Zusammenkunft ist Ihnen allerseits bekannt. Kurz, meine lieben Töchter, ich erteile euch meinen väterlichen Segen und meine Einwilligung. (Er sieht Lottchen weinen.) Weine nicht, Lottchen, du machst mich sonst auch weichmütig.

Lottchen. Meine Tränen sind Tränen der Liebe. Ich habe also Ihre
Einwilligung zu meiner Wahl? Ich danke Ihnen recht kindlich dafür.

Simon (zu Lottchen). Aber, meine liebe Mamsell, Sie wollen… Wie?

Damis. Ach, liebste Jungfer Schwester, ich bitte Sie…

Lottchen. Was bitten Sie? Wollen Sie Julchen von meinen Händen empfangen? (Sie führt sie zu ihm.) Hier ist sie. Ich stifte die glücklichste Liebe. Und Sie, Herr Siegmund…

Siegmund. Ich nehme Ihr Herz mit der vollkommensten Erkenntlichkeit an und biete Ihnen diese Hand…

Lottchen. Unwürdiger! Mein Vermögen kann ich Ihnen schenken; aber nicht mein Herz. Bitten Sie meinem Vater und der übrigen Gesellschaft, die Sie in mir beleidiget haben, Ihre begangene Niederträchtigkeit ab. Ich habe sie Ihnen schon vergeben, ohne mich zu bekümmern, ob Sie diese Vergebung verdienen. (Zum Vormunde.) Und Ihnen, mein Herr, küsse ich die Hand für Ihre Aufrichtigkeit. Wenn ich jemals mich wieder zur Liebe entschließe: so haben Sie das erste Recht auf mein Herz. (Zu Siegmunden.) Sie aber werden so billig sein und, ohne sich zu verantworten, uns verlassen.

Siegmund. Recht gern. (Indem er geht.) Verflucht ist die Liebe!