Zum Himmel zieh’n.

Ich soll sein Antlitz seh’n,

Anbeten Seine Macht,

Und Seiner Wunder Preis erhöh’n

In ew’ger Pracht!

Dann sagte er, als er uns weinen sah: „Weinet nicht, Kinder! ein Soldat hat schon etwas Uebriges, wenn er auf dem Bett sterben darf, und was noch mehr ist: ein sterbender Christ tauscht mit keinem lebenden König.“

„Ich bin selig, reich und satt,

Weil mein Herz den Heiland hat.“

„Laßt mich im Frieden ziehen?“ Darauf faltete er die Hände, schloß die Augen und schlief ein wie ein Kind, das am Morgen wieder erwachen wird.

Nach seinem Tode nahm sein Sohn, ein Hauptmann in sächsischen Diensten, seinen Abschied, um das väterliche Gut zu übernehmen. Er war ebenfalls ein edler, christlicher Mann, und sicherte mir gleich am ersten Tage den ungehinderten Aufenthalt bei ihm und seiner Schwester zu. Aber ehe ein ganzes Jahr verfloß, kam er zu mir mit dem überraschenden Antrag, ich solle seine Gattin werden. Ich machte viele Einwendungen, und bat mir Bedenkzeit aus. Durch vieles Zureden von seiner und seiner Schwester Seite, und weil ich keine innere Freudigkeit hatte, ihn abzuweisen, ließ ich mich endlich bewegen, in seinen Wunsch zu willigen. Wir Drei lebten nun bei einander wie die Kinder so vergnügt, und Eines suchte dem Andern auf dem Wege zum Leben behilflich zu sein. Nach drei Jahren sah sich mein Gatte durch allerlei Umstände genöthigt, seine Güter in Schlesien zu verkaufen, und kaufte ein kleines Landgut in Sachsen in der Gegend von Budissin. Guten Muthes traten wir die Reise dorthin an. Gleich auf der ersten Tagreise aber wurde mein Gatte krank, so daß wir langsam reisen und oft unterwegs stille halten mußten. Du kannst dir denken, wie beschwert mein Herz auf dieser Reise war, wie viele Thränen ich im Verborgenen vergoß, und wie viele Seufzer hinaufstiegen zu Dem, der die Liebe ist, auch wenn Er schlägt. Als wir in der Gegend der Landskrone bei Görlitz ankamen, ließen wir still halten, und setzten uns im Abendsonnenschein auf einen grünen Rasen. Nicht weit davon saß ein Hirte bei seiner Schafheerde unter einem Baum und sang folgendes Lied: