Flusssaurer Kalk, theils derb, meist krystallisirt. Die Krystalle, meist ziemlich durchsichtig, sind verschieden, oft schön gefärbt, grün, gelb, roth, blau, daher man sie früher als falschen, unächten Smaragd, Amethyst, Sapphir u.s.w. bezeichnete, auch Topasfluss, Smaragdfluss u.s.w. nannte (fausse emeraude,—amethyste u.s.w. emeraudes morillon;—fluor viridis,—caeruleus u.s.w.). Der Androdamas von Agricola (1550) und Scheuchzer (1718) war in Würfeln krystallisirter Flussspath. Die Krystalle, als solche, können ihrer wenigen Härte wegen nicht zu Schmucksteinen angewendet werden, aber Flussspath kommt auch in grossen, hübsch gefärbten krystallinischen Massen vor, solche werden vorzüglich in England (in Derbishire und Buxton seit 1765) zu Gefässen, Vasen und dergleichen verarbeitet, die sich ganz hübsch ausnehmen, aber nur in geringem Werthe stehen. Auch im alten Aegypten hatte man schon Gefässe von Flussspath, von denen einige auf uns gekommen sind.

Manche Abänderungen phosphoresciren (d.h. eine Zeitlang dem Sonnenlichte ausgesetzt, leuchten sie im Dunkeln) von allen Mineralien am stärksten, diese kommen jetzo besonders und am schönsten in Siberien vor, heissen Chlorophan (früher spathum lucens, spath phosphorique). Diese Eigenschaft war schon dem Alterthume bekannt, und der pazon, topazion der Alten wird ein solcher Chlorophan von der ägyptischen Insel ophiodes gewesen seyn, woher unser Name Topas stammt. Die Phosphorescenz des Flussspathes überhaupt, in der neuern Zeit wird von Beckmann 1676 entdeckt seyn, er hiess daher auch phosphorus smaragdinus, hesperus, vesperugo.

Der krystallisirte und derbe (der ganze Felsmassen bildet) ist sehr leichtflüssig, wesshalb man ihn häufig beym Schmelzen des Eisens, Kupfers, als Flussmittel (flux, fondant, erbue, castine im Französischen) zusetzt, während man anderntheils hierzu auch Kalk, Thon—herbue—u.s.w. anwendet); desshalb bezeichnet ihn der teutsche Bergmann als Flösse, woher er lateinisch fluor, fluores genannt wurde; dieser Name ging in die Mineralogie über, und die Gattung fluores begriff, wie der basaltes, sehr verschiedene Gesteine. Als Scheele 1771 den Flussspath zerlegte, und die Flusssäure zuerst darstellte, wurde die Gattung speciell fixirt. Praktisch kannte man die Flusssäure bereits früher; schon Schwanhard 1670 ätzte damit auf Glas, und 1725 wurde bekannt: dass man dieses Aetzwasser aus böhmischem Smaragd oder Hesborus bereite.

tse-chy-yng im Chinesischen, ist blauer Flussspath; lou-fou-chy ist grüner.

παζιον, τοπαζιον der Griechen, von gelber und grüner Farbe, welcher, der Sonne ausgesetzt, stark im Dunkeln leuchtet, massig und glasähnlich auf der ägyptischen Insel Ophiodes vorkam, war gewiss ein Chlorophan oder Flussspath.

topazius der Römer, von theils goldgelber, theils grüner Farbe, daher unterschied man mehrere Arten: a) prasoides den grünen (von πρασον Lauch, πρασινος lauchgrün), b) den chrysopteros wohl goldgelb; hierher dürfte gehören c) der chrysoprasius (wohl verschieden von chrysoprasus, eine Art Beryll), der gelbgrün war, und in grossen Stücken brach, wie d) der chrysopastus und chrysolampes, auch wohl der chrysolithus der Römer und Griechen (s. oben unter Chrysolith), chryselectrum und xanthus. Zu den phosphorescierenden Steinen dürfte auch wohl die Ceraunia gehört haben.—belur (d.i. Krystall) und seberget. (d.i. wahrscheinlich Chrysolith) nennen die jetzigen Einwohner von Aegypten den Stein der Insel topaze, welcher unser Flussspath seyn wird.

paz im Hebräischen, und tuphasjon im Syrischen, wird mi [mit] παζιον und τοπαζιον im Griechischen zusammenhängen.

ssila im Persischen, heisst jetzo (nach Ebersmann Reise nach Buchara 1823 Pag. 74) auf dem Edelsteinmarkte von Buchara, der ungeschliffene Flussspath, finussa der geschliffene, der mit Lasurstein ans Badakschan kommt.

fzazejon im Aethiopischen, wird mit äthiopischem Topas übersetzt, so auch Warawere (von warek das Gold) und tankar (von tankara das Gold im Abessinischen);—zahebem wareke ist im Amharischen ein Stein von Goldfarbe mit Topas übersetzt; wohin diese Steine gehören, muss ganz dahin gestellt bleiben.

Als man in der neuern Zeit gelbe Edelsteine (besonders unsern Topas in Sachsen) kennen lernte, suchte man nach einem etwa passenden Namen im Alterthume, nannte sie erst Chrysolithe, dann Topase, wendete freilich, wie so häufig, fälschlich den alten Namen auf den neuen Stein an.