Der oben erwähnte benefsch im Persischen und banfasch im Arabischen, der nicht vom laal verschieden seyn wird, könnte unser Spinell seyn, denn was davon gesagt wird, und die Arten, die davon aufgestellt sind, passen auf diesen ganz wohl, und wenn gesagt wird: das Rothe steche mehr ins Violette, als beym Rubin, so ist dies gerade bey dem Spinell wirklich der Fall, nicht aber beym Zirkon.
Wie der Stein in den indischen Sprachen heissen mag, habe ich noch nicht ermitteln können, ich weiss nicht, ob und in wie fern man ihn vom Rubin trennte.
Im Mittelalter erscheint der Name spinula, spinla, spinellus für Edelsteine, die nicht so dunkel sind als die Rubine, und nicht so hell als die balagii; wahrscheinlich ist er von spina, espina, die Spitze, entlehnt, wohl wegen der mit scharfen Spitzen versehenen Octaedern; der Name ging in die neuern Sprachen über und wurde dann mineralogisch auf unsere Gattung Spinell beschränkt, die von Romé de l'Isle und Werner (1790) fixirt, vom Rubin getrennt wurde.
espinella, auch rubicelo im Spanischen;—espinel im Portugiesischen;—spinelle im Französischen, eigentlich rubin spinel octaedre; spinel im Holländischen, Dänischen, Schwedischen;—rubino-spinello im Italienischen.
Im Russischen rechnet man ihn meist zum laal.
D. Unsere Gattung Zirkon und Hyacinth.
Diese Gattung stehet in Hinsicht ihres Glanzes dem Demant am nächsten, ähnelt auch sehr der Gattung Korund und Spinell, unterscheidet sich aber durch Krystallform, Härte, Schwere, chemische Bestandtheile, besonders durch weniger reine und schöne Farben.
Man unterscheidet: a) den rothen Zirkon, er ist seltener tief roth, häufig gelbroth, und heisst dann Hyacinth; dieser findet sich meist säulenförmig krystallisirt, während der Zirkon grösstentheils in Körnern vorkommt, und die Juweliere betrachten diesen gelbrothen, krystallinischen Zirkon als eine eigene Edelstein-Gattung unter dem Namen Hyacinth; auch Werner trennte ihn vom Zirkon, erst später ist er mit diesem mineralogisch ganz verbunden. Der Hyacinth dient häufig als Ringstein, wahrend [während] die übrigen Arten des Zirkons mehr zur Garnirung angewendet werden, da ihre Farbe meist ins Graue sticht; b) der gelbe Zirkon; c) der blaue Zirkon, meist dunkel gefärbt; d) der grüne Zirkon; e) der graue, weisse oder wasserhelle; dieser ist am häufigsten, wird sehr allgemein statt Diamant, und unter dessen Namen zur Garnirung angewendet; die gefärbten Arten brennt (glühet) man häufig, um sie zu entfärben.
Der Zirkon wie der Hyacinth sind häufig in Ceylon, finden sich auch in Europa, aber weniger schön.
Der Name Hyacinth stammt aus dem Oriente und Alterthume von hyacinthos im Griechischen, jakinth im Armenischen, jakut im Arabischen u.s.w., wo er aber den Rubin und Korund bezeichnete (s. oben), und fälschlich hat man diesen Namen auf den rothen Zirkon übertragen, der aber jetzo in allen neuern Sprachen denselben führt, als jacintho im Spanischen und Portugiesischen; giancinto im Italienischen, hyacinthe im Französischen, hyacinth im Englischen, Teutschen.